Gänsefingerkraut Heilkraft Anwendung Nebenwirkungen Heilwirkung Pflanze
Gänsefingerkraut Heilkraft Anwendung Nebenwirkungen Heilwirkung Pflanze R. Maximiliane/shutterstock.com

Gänsefingerkraut Heilpflanze – Bei Durchfall und Entzündungen

Wissenswertes, Heilkraft, Anwendung, Nebenwirkungen, Anwendungshinweise, Bezugsquellen

Bei leichtem Durchfall, leichten Entzündungen der Rachen- und Mundschleimhäute sowie leichten Regelbeschwerden hilft das gerbstoffreiche Gänsefingerkraut. Die getrockneten oder frischen Blätter und Blüten werden hierbei in erster Linie in Teemischungen eingesetzt und kaum als einzeln effektives Arzneimittel. Hier lesen Sie sämtliche erforderlichen Informationen über dieses Gänsefingerkraut, dessen Anwendung und eventuellen Nebenwirkungen.

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Wissenswertes

Das Potentilla anserina (Gänsefingerkraut) findet man besonders oft in seiner Heimat Nordamerika, Europa und Asien. Da wächst es hauptsächlich auf tonigen, feuchten Böden von Wegrändern, Wiesen oder Gräben. Die Pflanze gehört botanisch zur Gattung der Rosaceae (Rosengewächse). Diese kleine Pflanze, die lediglich ungefähr zehn Zentimeter hoch ist, stellt vor allem für Gänse eine begehrte Futterquelle dar, weshalb sie den wissenschaftlichen Artnamen anserina, vom Lateinischen: anser = Gans, bekam. Diese Gattungsname Potentilla beschreibt wahrscheinlich die Heilkraft, vom Lateinischen: Potentia = Macht, dieser ganzen Pflanzenfamilie, zu der ebenso die Potentilla erecta (Blutwurz) zählt.

Aus dem ausdauernden Wurzelstock treiben diese vielpaarig gefiederten Grundblätter, die für dieses Gänsefingerkraut charakteristisch sind. Diese sind tief gezähnt, länglich und silbrig-weiß behaart an der Blattunterseite. Blattlose, lange Blütenstängel wachsen bis höchstens zu einer Länge von 80 Zentimetern als Wurzelstock-Ausläufern, die über den Boden kriechen. Zwischen Mai und September leuchten auf den Stängeln bis zu drei Zentimeter große, oft fünf-blättrige, gelbe Blüten mit ungefähr 20 Staubblättern sowie vielen Fruchtnoten.

Die Heilwirkung der getrockneten oder frischen Blüten und Blätter ist anerkannt in der Medizin. Im arzneilichen Gebrauch werden diese als Anserina herba (Gänsefingerkraut) bezeichnet.

Heilkraft

Das Anserina herba schützt die Schleimhäute aufgrund der beinhalteten Gerbstoffe (zwischen fünf und zehn Prozent) und Flavonoide. Deswegen wird dieses Kraut insbesondere zum Behandeln von leichtem Durchfall (oft sind hierbei die Schleimhäute entzündet) und kleinen Entzündungen im Rachen- und Mundraum eingesetzt. Gänsefingerkraut hilft selbst bei leichten Menstruationsschmerzen.

Dem Gänsefingerkraut spricht die Volksmedizin weitere Heilwirkungen zu. Die Wirkstoffe dieser Pflanze sollen Koliken sowie Krämpfe lindern und bei Ekzemen und Wunden blutungsstillend wirken.

Weil die blutungsstillende oder krampflindernde Wirkung des Gänsefingerkrauts allerdings lediglich gering ist, werden effektivere Pflanzen zum Behandeln von Koliken und Krämpfen empfohlen (wie Ringelblume, Anis oder Pfefferminze).

In manchen Fällen wird über eine hervorragende Wirkung des Gänsefingerkrauts bei Blutvergiftungen berichtet. Jedoch wird von dieser diesbezüglichen Anwendung dringend abgeraten, weil die Wirkung dieser Pflanze dafür eindeutig keineswegs ausreicht.

Anwendung

Die Blüten und Blätter werden zum arzneilichen Einsatz kurz vor oder in der Blütezeit gesammelt. Zum Zubereiten einer Tasse Tee nimmt man einen Teelöffel des Gänsefingerkrauts (ungefähr zwei Gramm), welcher mit einer Tasse erhitztem Wasser (ungefähr 150 Milliliter) einfach übergossen wird.

Nach dem zehnminütigen Ziehen seit man das Kraut ab. Es ist möglich, mehrfach jeden Tag eine Tasse zwischen den entsprechenden Mahlzeiten zu trinken, wenn man unter leichten Menstruationsschmerzen oder leichten Durchfall leidet. Hierbei wird eine tägliche Dosis zwischen vier und sechs Gramm getrockneten oder frischen Blätter und Blüten empfohlen.

Mehrfach tägliche Mundspülungen, die man mit dem Gänsefingerkraut-Tee vornimmt, lindern außerdem leichte Entzündungen im Rachen- und Mundraum.

Als Alternative zum Tee helfen noch Fertigarzneimittel wie Säfte oder Dragees, in denen Wirkstoffe des Gänsefingerkrauts enthalten sind.

Weil die Wirksamkeit des Gänsefingerkrauts keinesfalls sehr hoch ist, werden zu Zusammenstellungen mit stärker wirkungsvollen Heilpflanzen geraten.

Bei Durchfall helfen besser Zusammenstellungen mit etwa Blutwurz, Anis- oder Fenchelfrüchten oder Kamillenblüten. Die Mischung mit Blutwurz, Arnika, Kamillenblüten oder Brombeerblättern erhöht die Wirksamkeit des Gänsefingerkrauts bei Entzündungen im Rachen- und Mundraum.

Nebenwirkungen

Schon vorhandene Reizmagen-Schmerzen können sich aufgrund der Anwendung des Gänsefingerkrauts verstärken. In diesem Fall sollte man den Gebrauch dieser Pflanze vermeiden.

Stillende, Schwangere und Heranwachsende, die höchsten zwölf Jahre alt sind, sollten wegen mangelnder Studien zur Unbedenklichkeit auch auf dieses Kraut verzichten.

Anwendungshinweise

Diese ziemlich schwache Wirksamkeit des Potentilla anserinas hilft lediglich dann bei Entzündungen im Rachen- und Mundraum, Menstruationsschmerzen sowie Durchfall, wenn sie leicht ausgeprägt sind. Zusammenstellungen mit stärken wirkungsvollen Heilpflanzen werden deswegen empfohlen.

Wenn der Durchfall mindestens zwischen drei und vier Tage anhält, sollte man zum Abklären der Ursache einen Mediziner aufsuchen.

Bezugsquellen

Getrocknetes Potentilla anserina, Säfte und Tee(-Mischungen) erhält man in der Apotheke sowie in hervorragend sortierten Reformhäusern. Zum richtigen Anwenden von Fertigarzneimitteln, die Gänsefingerkraut enthalten, liest man am besten die entsprechende Packungsbeilage oder fragt den Apotheker oder Arzt.

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