Wadenkorrektur – Die Behandlung, Kosten und Möglichkeiten

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Wadenkorrektur – Die Behandlung,Kosten und Möglichkeiten

Informationen zur Wadenkorrektur wie Gefahren, Arzt, Kosten, Vorher Nachher, Nebenwirkungen und Erfahrungsberichte.

Viele Menschen sind mit der Form ihrer Waden unzufrieden. Sie empfinden sie als nicht besonders ästhetisch, was nicht selten mit einer Schwächung des Selbstbewusstseins einhergeht und sogar zu Einschränkungen in sozialer Hinsicht führen kann. Während Männer häufig den Eindruck haben, ihre Waden seien zu schmal, verspüren Frauen oftmals aufgrund zu kräftiger Waden einen hohen psychischen Leidensdruck. Vor allem sportlich aktiven Personen passen ihre Waden häufig nicht ins Gesamtbild ihres Körpers. Dies ist beispielsweise bei Männern der Fall, deren Oberkörper im Vergleich zu den schwachen Waden sehr muskulös ist. Dieser Umstand ist der Tatsache geschuldet, dass sich Letztere deutlich schwieriger trainieren lassen. Sportliche Frauen nehmen hingegen an den Waden besonders leicht an Muskelgewebe zu und leiden aufgrund des zunehmenden Umfangs darunter, auf das Tragen modischer Beinbekleidung verzichten zu müssen.

Eine Asymmetrie in den Waden kann ein weiterer Grund sein, über eine korrigierende Operation nachzudenken. Die Ursachen für unterschiedlich große Waden reichen von genetischer Veranlagung und sportlicher Betätigung bis zu Unfällen, Krankheiten und operativen Eingriffen. Liegt beispielsweise ein Bein über einen sehr langen Zeitraum in Gips und ist dadurch einem schnellen Muskelabbau ausgesetzt, kann es sein, dass es trotz gymnastischer Übungen schmaler bleibt als das andere Bein. Ebenso die Entfernung eines Geschwulsts kann eine Asymmetrie zur Folge haben. Eine mitunter mit einer Oberschenkelstraffung kombinierte Straffung der Wadenhaut wird häufig bei älteren Personen durchgeführt oder jenen, die sehr viel Gewicht verloren haben.

Fachliche Beratung Wadenkorrektur

Eine Wadenkorrektur als Schönheitsoperation ist im Gegensatz zur Brustvergrößerung beziehungsweise -verkleinerung oder Bauchstraffung noch eher unbekannt, bekommt allerdings inzwischen einen zahlreicheren Zulauf. Der subjektiv empfundene Leidensdruck führt immer mehr Menschen in die Kliniken der Plastischen Chirurgie. Zu achten ist dabei, dass sich der Patient an einen erfahrenen Chirurgen wendet. In Deutschland in diesem Bereich praktizierende Ärzte tragen die Bezeichnung Facharzt für Plastische Chirurgie beziehungsweise Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Informationen über Adressen können bei der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, kurz DGPRÄC, eingeholt werden. Die unter diesem Dachverband verzeichneten Ärzte verfügen über entsprechende Erfahrungen und haben im Laufe ihrer Ausbildung mindestens 600 Operationen selbstständig unter fachkundiger Anleitung durchgeführt.

Allgemein bekannt ist, dass Kliniken in osteuropäischen Ländern wie Polen oder Tschechien mit besonders günstigen Preisen locken. Sollte so etwas in Erwägung gezogen werden, gilt es sich zu vergewissern, inwieweit die dortigen Qualitätsstandards mit denen im Inland übereinstimmen. Zudem ist zu prüfen, ob die Kosten trotz Anreise und Unterbringung tatsächlich geringer sind. Gegen eine Operation im Ausland ist grundsätzlich nichts einzuwenden und das Ergebnis kann genauso gut sein. Mögliche Risiken sollten allerdings genau eingeschätzt werden.

Ganz gleich ob In- oder Ausland, der Patient sollte auf ein individuelles ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Facharzt bestehen und mit ihm gemeinsam genauestens besprechen, welche Gründe für eine Operation beziehungsweise dagegen sprechen. Der Arzt schildert dem Patienten zunächst die Möglichkeiten der Wadenkorrektur. Hierzu zählen zum Einen die Wadenverkleinerung, welche meist in Form einer Liposuktion durchgeführt wird, und zum Anderen die Wadenvergrößerung. Beide Eingriffe lassen sich darüber hinaus miteinander kombinieren, wenn beispielsweise eine starke Asymmetrie vorliegt. Der Patient sollte darauf achten, dass sich der Arzt ausreichend Zeit nimmt und auf die eigenen Wünsche, Fragen und Zweifel eingegangen wird. Vor- und Nachherbilder veranschaulichen die operativen Möglichkeiten besonders gut. Des Weiteren klärt der Arzt den Patienten über etwaige Komplikationen sowie die mit dem jeweiligen Eingriff verbundenen Kosten auf. Eingewilligt werden sollte nur dann, wenn sich der Patient vollkommen sicher ist. Ihm steht eine gesetzlich vorgeschriebene 14-tägige Mindestbedenkzeit zwischen unverbindlichem Gespräch und Operation zu.

Vorbereitung auf den Eingriff

Um Risiken zu vermindern, sollte etwa zwei Wochen vor dem Eingriff auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden. Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin sind ebenfalls zu meiden. Hinsichtlich der Einnahme von Schmerz- und Beruhigungsmitteln sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden, sofern die Mittel aus medizinischen Gründen nicht abgesetzt werden können.

Die Wadenverkleinerung

Je nachdem, welche Ursachen die zu kräftigen Waden haben, kommen verschiedene Techniken der Wadenverkleinerung zur Anwendung. Häufig handelt es sich um eine reine Ansammlung von Fettgewebe. Zur Verkleinerung der Wade ist in diesem Fall lediglich eine Fettabsaugung erforderlich. Mittels einer speziellen Injektion werden hierbei überschüssige Fettzellen zunächst verflüssigt und anschließend über sehr feine Kanülen abgesaugt. Bei dem gegenwärtig am häufigsten angewendeten Verfahren,

der Tumeszenz-Lokalanästhesie erfolgt das Einspritzen der sogenannten Tumeszenz-Lösung in die Wade unter hohem Druck. Die Substanz bewirkt eine Zunahme des Volumens der Fettzellen, welche sich aus dem Gewebe lösen und infolge des Drucks besonders leicht absaugen lassen. Durch einen lokalen Betäubungsstoff in der Lösung spürt der Patient kaum Schmerzen.

Bei der Feintunnelungstechnik, welche eine Weiterentwicklung des zuvor genannten Verfahrens darstellt, kommen ganz besonders feine Kanülen zum Einsatz. Diese Kanülen vibrieren mit einer Frequenz von bis zu 8000 Mal pro Sekunde und lösen auf diese Weise das Fettgewebe vom Bindegewebe. Um eine neuere Methode handelt es sich bei dem Lösen des Fettgewebes mittels Schallwellen. Als noch schonendere Variante gilt das Lipopulsing, bei dem elektromagnetischer Spannung genutzt wird. Es werden zwar auch hier hohe Frequenzen erreicht, allerdings sind keine starken Energieimpulse nötig, sodass das umliegende Gewebe nicht gestört wird. Bei der Tulipmethode finden hinsichtlich des Absaugvorgangs anstelle von herkömmlichen Kanülen, die durch ihren hohen Druck das Gewebe belasten, spezielle Absaugspritzen Anwendung.

Eine Wadenverkleinerung mittels Liposuktion ist mit geringem Aufwand verbunden und kann daher ambulant erfolgen. Ein weiterer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass nur wenige kleine und kaum sichtbare Narben an den Einstichstellen entstehen. Sofern der Anteil der Muskeln groß und der Fettanteil in der Wade gering ist, ist allerdings nur eine geringe Reduzierung des Umfangs zu erwarten. Wenn das überschüssige Fett abgesaugt ist, kann es sein, dass eine Straffung der Wade notwendig wird. Hierbei werden in der Kniekehle Schnitte gesetzt, um das Zuviel an Haut zu entfernen. Mitunter wird eine alleinige Straffung gegenüber einer Absaugung auch bevorzugt.

Die Wadenvergrößerung

Eine Wadenvergrößerung wird in den meisten Fällen von Männern gewünscht. Hierzu wird ein Implantat in die Wade eingesetzt. Hauptsächlich finden dabei die aus dem Bereich der modernen Brustchirurgie bekannten Silikonimplantate Verwendung. Das Silikon lässt sich gut in eine natürliche Form bringen und auch das spätere Berühren fühlt sich natürlich an. Aufgrund einer mehrfachen Umhüllung oder einer speziell vernetzten Struktur sind die Silikonimplantate heutzutage risikoarm und auslaufsicher und halten sehr lange. Allerdings raten viele Ärzte nach zehn bis 15 Jahren zu einem wiederholenden Eingriff, um die Kissen zu erneuern. Alternativ kommen mittlerweile innovative Implantatarten wie Sojaöl zum Einsatz. Hinsichtlich der Verträglichkeit und Haltbarkeit kann Sojaöl nicht mit den modernen Silikonkissen konkurrieren, sodass über seine Anwendung unbedingt mit dem behandelnden Arzt gesprochen werden sollte. Bei der Operation erfolgt zunächst ein Schnitt in die Kniekehle des Patienten. Daraufhin setzt der Chirurg eine Implantattasche, indem er Haut und Gewebe voneinander löst und Platz für das Silikonkissen schafft, welches entweder vor, hinter oder zwischen dem Muskelgewebe platziert werden kann. Abschließend werden die Schnitte vernäht und die Wunde mit einem Wundverband verschlossen. Eine Narbe ist später so gut wie nicht sichtbar. Im Gegensatz zur ambulant zu realisierenden Verkleinerung der Wade macht eine Wadenvergrößerung einen stationären Eingriff erforderlich.

Nachbehandlung Wadenkorrektur

Der erste medizinische Nachsorgetermin findet nach dem Tag der Operation statt. Die Art und Weise der Nachbehandlung hängt von der jeweilig durchgeführten Wadenkorrektur ab. Ein Pauschalisieren ist auch nicht im Fall einer Fettabsaugung möglich, denn auch hier richtet sich die Nachsorge in Form einer Sportkarenz oder die Notwendigkeit des Tragens einer Kompressionsware nach dem Ausmaß des Eingriffs. Meistens wird nach einer erfolgten Liposuktion ein spezieller Kompressionsverband angelegt, welcher für ein Ruhen und Heilen des empfindlichen Gewebes sorgt. Bei der Vergrößerung der Wade ist hingegen oftmals ein zusätzlicher Wundverband erforderlich und in manchen Fällen wird durch das Verlegen von Drainageröhrchen dafür gesorgt, dass das Wundsekret und das Blut ungehindert abfließen können. Den Anordnungen des Arztes in Bezug auf die Wundpflege sind hinsichtlich eines schnellen Heilungsprozesses unbedingt Folge zu leisten. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, muss für mindestens sieben bis 14 Tage nach dem Eingriff auf Alkohol und blutverdünnende Mittel verzichtet werden. Empfohlen werden ruhige Bewegungen wie leichte Spaziergänge. Mit ihnen lassen sich Thrombosen vorbeugen. Das Ausüben intensiven Sports, allgemeine körperliche Anstrengungen, Sauna-Besuche sowie ausgiebige Sonnenbäder sollten allerdings für etwa vier bis sechs Wochen vermieden werden. Antibiotika und antivirale Mittel können in einigen Fällen verschrieben werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Risiken und Komplikationen

Das Auftreten von Symtomen wie Schwellungen, Reizungen, Rötungen und Hämatomen infolge einer Wadenkorrektur sind nicht ungewöhnlich. Meist sind sie allerdings harmlos und verschwinden auch ohne Behandlung schnell wieder. Infektionen treten häufiger bei operativen Eingriffen in Verbindung mit Wundnähten auf als bei lokaler Fettabsaugung. Eine Durchtrennung oder Verletzung von Nervengewebe kommen sehr selten vor und auch eher bei einer Wadenvergrößerung. Schlimmstenfalls folgen dauernde Störungen in den Empfindungen an den Waden oder sogar eine partielle Taubheit.

Spezielle Risiken sind mit der Vergrößerung der Wade verbunden. So besteht die Gefahr, dass Implantate verrutschen oder vernarben. Im letzteren Fall bildet sich eine körpereigene Kapselschicht um das Implantat. Eine Kapselfibrose ist unter Umständen besonders schmerzhaft und kann eine zumindest vorübergehende Entfernung des Implantats erfordern. Die Entstehung einer Narbe ist nicht ausgeschlossen. Weiße und wulstige Narben, auch Kelloide genannt, treten bei speziell veranlagten Patienten auf oder wenn zuviel Druck auf die Nähte ausgeübt wird.

Verbesserung der Lebensqualität

Den meisten Wadenkorrekturen liegen rein ästhetische Gründe zugrunde. So sind die Waden entweder zu klein oder zu groß und werden als entsprechend unharmonisch erachtet. Die operative Wadenkorrektur kann dem mit einem Missempfinden einhergehenden psychischen Leidensdruck ein Ende bereiten und somit zu einer Steigerung der Lebensqualität beitragen. Eine ausführliche Beratung durch einen fachkundigen Arzt vorausgesetzt, lassen sich heute mithilfe verschiedener Methoden und bei geringem Komplikationsrisiko sehr gute Ergebnisse erzielen.

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