Weder Corona noch Grippe: Rhinoviren treiben die Erkältungswelle – warum trockene Heizungsluft ihnen jetzt die Tür öffnet

Es schnieft in der Straßenbahn, es hustet im Großraumbüro, und am Kaffeeautomaten klagt die Kollegin über ein Kratzen im Hals. Wer in diesen Tagen eine Hausarztpraxis betritt, findet sich schnell in einem gut gefüllten Wartezimmer wieder. Der aktuelle Wochenbericht des Robert Koch-Instituts bestätigt den Eindruck: Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden derzeit an einem akuten Atemwegsinfekt. Überraschend ist allerdings, wer hinter dieser Welle steckt. Weder die Grippe noch das Coronavirus geben momentan den Ton an, sondern zwei Virusgruppen, die viele gar nicht auf dem Schirm haben: Rhino- und Enteroviren. Was diese Erreger ausmacht, warum sie gerade jetzt so leichtes Spiel haben und wie Sie sich schon auf dem heutigen Arbeitsweg schützen können, erfahren Sie hier.

Rhino- und Enteroviren Heizungsluft Info
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Was sind Rhino- und Enteroviren?

Rhinoviren sind die klassischen Schnupfenviren. Ihr Name leitet sich vom griechischen Wort „rhis“ für Nase ab, und genau dort fühlen sie sich am wohlsten. Sie gelten als häufigste Ursache der gewöhnlichen Erkältung, und das bei Erwachsenen wie bei Kindern. Enteroviren sind eng mit ihnen verwandt, Rhinoviren werden in der Virologie sogar derselben Gattung zugeordnet. Zu den Enteroviren zählen unter anderem Coxsackie- und Echoviren, die neben Atemwegsinfekten auch Magen-Darm-Beschwerden oder Hautausschläge auslösen können.

Dass man sich gefühlt jedes Jahr aufs Neue erkältet, hat einen einfachen Grund: Es gibt mehr als 100 verschiedene Rhinovirus-Typen. Eine überstandene Infektion schützt meist nur vor genau dem Typ, der sie verursacht hat. Beim nächsten Kontakt mit einer anderen Variante beginnt das Spiel von vorn. Einen Impfstoff gibt es deshalb bislang nicht.

Von Influenza und SARS-CoV-2 unterscheiden sich Rhinoviren vor allem durch ihren Wirkort und ihren meist milderen Verlauf. Während Grippe- und Coronaviren auch tiefere Atemwege und den gesamten Organismus stark belasten können, bleiben Rhinoviren in aller Regel in Nase und Rachen.

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Das zeigt der aktuelle RKI-Bericht

Laut dem neuen Wochenbericht gehen fast 43 Prozent der derzeitigen Atemwegsinfekte auf das Konto von Rhino- und Enteroviren. Influenza und SARS-CoV-2 spielen aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Für den Herbst ist dieses Bild typisch: Rhinoviren eröffnen traditionell die Erkältungssaison, sobald Menschen mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und die Heizungen anspringen.

Entwarnung bedeutet das allerdings nicht. Erfahrungsgemäß nimmt die Grippe meist um den Jahreswechsel Fahrt auf und erreicht ihren Höhepunkt im Januar oder Februar. Auch das RS-Virus, das vor allem Säuglingen und älteren Menschen zusetzt, gewinnt im Winter an Bedeutung. Wer jetzt seine Abwehr an den Schleimhäuten stärkt, profitiert also nicht nur gegenüber dem aktuellen Schnupfen, sondern ist auch für die kommenden Monate besser aufgestellt.

Nasenschleimhaut und Flimmerhärchen im Detail
Nasenschleimhaut und Flimmerhärchen im Detail

Typische Symptome: Woran Sie einen Rhinovirus-Infekt erkennen

Eine Rhinovirus-Infektion beginnt meist ein bis drei Tage nach der Ansteckung mit einem Kratzen im Hals. Kurz darauf folgen eine laufende, später verstopfte Nase, häufiges Niesen und oft ein leichter Husten. Manche fühlen sich etwas schlapp oder haben leichte Kopfschmerzen, hohes Fieber ist dagegen selten. Nach etwa einer Woche, spätestens nach zehn Tagen, sind die Beschwerden in der Regel abgeklungen.

Eine echte Grippe fühlt sich anders an. Sie beginnt typischerweise schlagartig mit hohem Fieber, starken Glieder- und Kopfschmerzen und ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Eine Corona-Infektion kann beiden Bildern ähneln, mal mild wie ein Schnupfen, mal heftig wie eine Grippe. Wer unsicher ist, kann mit einem Selbsttest zumindest SARS-CoV-2 eingrenzen. Zur Orientierung gilt: Je plötzlicher und heftiger die Erkrankung einsetzt, desto weniger spricht für eine einfache Erkältung.

Warum sich die Viren in der Nase festsetzen

Die Nase ist die Eintrittspforte für die meisten Atemwegserreger, und Rhinoviren sind auf sie spezialisiert. Sie vermehren sich bevorzugt bei Temperaturen zwischen 33 und 35 Grad, also genau dem Bereich, der in der Nasenhöhle herrscht.

Gleichzeitig ist die Nase aber auch unser wirksamster Schutzschild. Ihre Schleimhaut ist von einer dünnen Schleimschicht überzogen, in der sich Staub, Pollen und Viren verfangen. Darunter schlagen unzählige mikroskopisch kleine Flimmerhärchen in einem festen Rhythmus und transportieren den Schleim samt Fremdkörpern Richtung Rachen, wo er verschluckt und von der Magensäure unschädlich gemacht wird. Fachleute sprechen von der mukoziliären Clearance, einer Art natürlicher Reinigungsanlage.

Dieses System funktioniert jedoch nur, wenn die Schleimhaut feucht ist. Trockene Heizungsluft entzieht ihr Wasser, der Schleim wird zäh, und die Flimmerhärchen kommen aus dem Takt. Sie bewegen sich langsamer oder kommen fast zum Stillstand. Viren bleiben dann länger an der Schleimhaut haften und können leichter in die Zellen eindringen. Hinzu kommt, dass kalte Außenluft die Durchblutung der Nasenschleimhaut drosselt und damit auch die lokale Immunabwehr schwächt.

Prävention für Arbeitsweg und Büro
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Strikte Nasenatmung

Der einfachste Schutz kostet nichts: Atmen Sie konsequent durch die Nase. Sie filtert die Luft, wärmt sie an und befeuchtet sie, bevor sie in die Lunge gelangt. Bei der Mundatmung fällt dieser Filter weg, und kalte, trockene Luft trifft ungebremst auf die empfindlichen Schleimhäute im Rachen. Gerade auf dem Fahrrad, an der zugigen Haltestelle oder beim zügigen Gehen lohnt es sich, bewusst auf die Nasenatmung zu achten.

Isotonische Nasensprays

Isotonische Kochsalzsprays enthalten Salz in derselben Konzentration wie unsere Körperflüssigkeit, nämlich 0,9 Prozent. Sie befeuchten die Schleimhaut, verflüssigen zähen Schleim und helfen den Flimmerhärchen, wieder in ihren Rhythmus zu finden. Zwei- bis dreimal täglich ein Sprühstoß pro Nasenloch genügt, etwa vor dem Weg zur Arbeit, mittags und am Abend. Da sie keine Wirkstoffe enthalten, können sie dauerhaft angewendet werden. Ganz anders abschwellende Nasensprays mit Xylometazolin oder Oxymetazolin: Sie lassen die Schleimhaut zwar schnell abschwellen, sollten aber höchstens fünf bis sieben Tage verwendet werden, da sie sonst die Schleimhaut schädigen und abhängig machen können. Zur Vorbeugung sind sie ungeeignet.

Raumklima im Büro

Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Im Winter sinkt sie in beheizten Räumen oft auf 30 Prozent oder weniger. Stoßlüften alle ein bis zwei Stunden für fünf bis zehn Minuten senkt die Virenlast in der Raumluft deutlich, ohne die Räume auszukühlen. Ein Hygrometer auf dem Schreibtisch zeigt, wie es um die Luftfeuchte steht. Zusätzlich gilt: Trinken Sie über den Tag verteilt etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee, denn auch die Schleimhäute werden von innen versorgt.

Hygiene ohne Übertreibung

Rhinoviren werden nicht nur über die Luft, sondern sehr häufig über die Hände übertragen. Sie überleben auf Türklinken, Kaffeemaschinen und Tastaturen mehrere Stunden. Gründliches Händewaschen mit Seife für 20 bis 30 Sekunden, besonders vor dem Essen und nach der Bahnfahrt, ist deshalb wirksamer als jedes Desinfektionsspray. Vermeiden Sie es, sich ins Gesicht zu fassen, vor allem an Nase und Augen. Und wenn ein Kollege kräftig hustet, ist etwas Abstand keine Unhöflichkeit, sondern vernünftig.

Unterstützung aus der Naturheilkunde
Unterstützung aus der Naturheilkunde

Unterstützung aus der Naturheilkunde

Die Naturheilkunde hält einige bewährte Hausmittel bereit, die sich gut mit den genannten Maßnahmen ergänzen. Am besten belegt ist die Nasenspülung mit Salzlösung. Sie spült Schleim und Erreger mechanisch aus und kann Erkältungsbeschwerden nachweislich lindern. Wichtig ist, abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser oder fertige Spüllösungen aus der Apotheke zu verwenden.

Das Inhalieren mit warmem Wasserdampf befeuchtet die Atemwege und wird von vielen als wohltuend empfunden. Ein Zusatz von Salz ist ausreichend, auf ätherische Öle sollte bei Kleinkindern und Asthmatikern verzichtet werden.

Thymiantee wird traditionell bei Husten eingesetzt und kann helfen, festsitzenden Schleim zu lösen. Ingwertee wärmt von innen und tut bei Halskratzen gut, für eine direkte Wirkung gegen Viren gibt es jedoch keine belastbaren Belege. Solche Tees wirken vor allem unterstützend, auch weil sie die Flüssigkeitszufuhr erhöhen.

Nicht zu unterschätzen sind die Grundlagen: Ausreichend Schlaf stärkt das Immunsystem messbar, und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft trainiert die Durchblutung der Schleimhäute. Wer sieben bis acht Stunden schläft und sich täglich bewegt, legt den wichtigsten Grundstein für eine stabile Abwehr.

Wenn es Sie doch erwischt hat: Was jetzt hilft

Hat sich der Schnupfen trotz aller Vorsicht eingestellt, braucht der Körper vor allem Ruhe. Schonen Sie sich, trinken Sie reichlich und pflegen Sie die Nasenschleimhaut weiterhin mit Salzsprays oder Nasenspülungen. Eine Salbe am Naseneingang schützt die oft wunde Haut. Antibiotika sind bei einer Virusinfektion wirkungslos, denn sie bekämpfen ausschließlich Bakterien. Sie können sogar schaden, weil sie die Darmflora stören und Resistenzen fördern.

Ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn hohes Fieber über 39 Grad auftritt, Atemnot oder Schmerzen in der Brust hinzukommen, die Beschwerden länger als zehn Tage anhalten oder sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtern. Auch Ohrenschmerzen oder starke Druckschmerzen im Gesicht können auf eine Folgeinfektion hinweisen. Säuglinge, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten frühzeitig ihren Arzt kontaktieren.

Fazit: Die Nase als erste Verteidigungslinie

Nicht jeder Infekt, der derzeit die Wartezimmer füllt, ist Grippe oder Corona. Aktuell sind es vor allem Rhino- und Enteroviren, die für Schnupfen und Halskratzen sorgen. Ganz verhindern lässt sich eine Erkältung nicht, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Zwei Gewohnheiten machen dabei den größten Unterschied: konsequent durch die Nase atmen und die Nasenschleimhaut feucht halten. Damit unterstützen Sie Ihren körpereigenen Filter genau dort, wo die Viren angreifen, und gehen gut gerüstet in die Wintermonate.

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Häufige Leserfragen zum Thema Rhino- und Enteroviren

Wie lange ist man bei einer Rhinovirus-Erkältung ansteckend?

Am ansteckendsten ist man in den ersten zwei bis drei Tagen nach Beginn der Beschwerden, wenn die Nase besonders stark läuft. Viren können jedoch bis zu zwei Wochen ausgeschieden werden. Häufiges Händewaschen und Niesen in die Armbeuge schützen in dieser Zeit Kollegen und Familie.

Kann man sich mehrmals im Jahr mit Rhinoviren anstecken?

Ja, das ist sogar die Regel. Da es mehr als 100 verschiedene Rhinovirus-Typen gibt und eine Infektion nur vor dem jeweiligen Typ schützt, sind drei bis vier Erkältungen pro Jahr bei Erwachsenen völlig normal. Kinder erkranken oft noch häufiger.

Wie unterscheide ich eine Erkältung von einer Grippe?

Eine Erkältung beginnt schleichend mit Halskratzen und Schnupfen, Fieber bleibt meist aus oder ist leicht. Die Grippe setzt dagegen schlagartig ein, mit hohem Fieber, starken Gliederschmerzen und deutlichem Krankheitsgefühl. Wer sich innerhalb weniger Stunden schwer krank fühlt, sollte an eine Influenza denken.

Darf man isotonisches Nasenspray dauerhaft verwenden?

Ja. Isotonische Kochsalzsprays enthalten keine Wirkstoffe und schädigen die Schleimhaut nicht. Sie eignen sich daher auch zur täglichen Pflege während der Heizperiode. Achten Sie auf Produkte ohne Konservierungsstoffe, da diese die Schleimhaut zusätzlich reizen können.

Hilft Vitamin C gegen Erkältungen?

Vitamin C kann eine Erkältung nicht zuverlässig verhindern. Studien zeigen jedoch, dass eine regelmäßige ausreichende Versorgung die Dauer der Beschwerden leicht verkürzen kann. Am besten decken Sie Ihren Bedarf über Paprika, Zitrusfrüchte, Kiwi oder Brokkoli, hochdosierte Präparate sind für Gesunde meist überflüssig.

Welche Luftfeuchtigkeit ist im Büro ideal?

Optimal sind 40 bis 60 Prozent. Darunter trocknen Schleimhäute aus, darüber steigt das Risiko für Schimmel. Ein Hygrometer zeigt den aktuellen Wert an. Regelmäßiges Stoßlüften und Grünpflanzen können die Luftfeuchte bereits spürbar verbessern.

Sollte man mit Schnupfen zur Arbeit gehen?

Bei leichtem Schnupfen ohne Fieber ist das oft möglich, besser ist jedoch Homeoffice, um Kollegen nicht anzustecken. Bei Fieber, starkem Husten oder Erschöpfung gehört man ins Bett. Wer dennoch ins Büro muss, sollte Abstand halten, regelmäßig lüften und konsequent auf Handhygiene achten.

Ist eine Nasendusche besser als ein Nasenspray?

Beide ergänzen sich. Die Nasendusche spült Schleim und Erreger gründlicher aus und eignet sich besonders bei bereits bestehendem Schnupfen, morgens und abends angewendet. Das Spray ist praktischer für unterwegs und zur Befeuchtung zwischendurch, etwa im Büro oder in der Bahn.

Letzte Aktualisierung am 5.11.2026 um 13:19 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Jan Oliver Fricke
Als Autor, Verleger und Naturgesundheitsexperte beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Heilpflanzen, natürliche Gesundheitsvorsorge, Ernährung und ganzheitliches Wohlbefinden. Meine Überzeugung ist, dass viele gesundheitliche Beschwerden durch eine bewusste Lebensweise, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die sinnvolle Nutzung natürlicher Heilmittel positiv beeinflusst oder sogar vermieden werden können. In meinen Fachartikeln verbinde ich klassische Erkenntnisse der Naturheilkunde mit aktuellen wissenschaftlichen Studien und modernen Recherchemethoden. Dabei nutze ich auch künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug zur Informationsanalyse, Recherche und Aufbereitung komplexer Themen. Die inhaltliche Bewertung, Prüfung und redaktionelle Verantwortung liegen jedoch stets bei mir persönlich. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern verständliche, fundierte und praxisnahe Informationen an die Hand zu geben, die sich einfach in den Alltag integrieren lassen. Für Fragen, Anregungen oder weitere Informationen können Sie mich gerne über Vitaes kontaktieren.

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