Augenlaser OP – Leben ohne Brille

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Augenlaser OP – Leben ohne Brille

Fehlsichtigkeit kann inzwischen in wenigen Minuten weggelasert werden. Menschen mit einer Sehbehinderung gehen zunehmend dazu über, Gebrauch von dieser Methode zu machen. Obwohl sehr viele von dem Ergebnis überzeugt sind, ist Vorsicht geboten, da diese Behandlungsmethode auch Risiken birgt. In diesem Beitrag werden die Vor- und Nachteile einer solchen OP und die Auswahl des richtigen Arztes ausführlich beleuchtet.

Beschlagene Brillengläser, kurzsichtiges Blinzeln und juckende Kontaktlinsen gehören hiermit der Vergangenheit an. Die Vorstellung endlich ohne Hilfsmittel wieder scharf sehen zu können, bewegt viele Menschen dazu einen solchen Eingriff vornehmen zu lassen. Jährlich entscheiden sich ca. 50.000 Menschen für eine Augenlaser OP, um die Hornhaut zu korrigieren.

Abgetragenes Gewebe

Bei der Laserkorrektur wird ein einfaches Prinzip angewendet. Die Brechkraft des Auges wird so verändert, dass auf der Netzhaut wieder ein gestochen scharfes Bild entsteht. Dabei werden Teile der Hornhaut abgetragen. Dazu muss man wissen, dass die Hornhaut als Linse dient, durch die das einfallende Licht gebrochen wird. Damit übernimmt sie eine tragende Rolle beim komplexen Sehvorgang. Wie viel Gewebe genau abgetragen wird, hängt vom individuellen Fall ab. Dabei führt der behandelnde Arzt umfangreiche Berechnungen und Voruntersuchungen durch. Das ist auch unbedingt notwendig, da es hierbei um hundertstel Millimeter geht.

Irreversibler Eingriff

Dem durchführenden Arzt wird alles abverlangt, da es sich um detaillierte Feinarbeit handelt, die darüber hinaus auch noch an einem so empfindlichen Organ durchgeführt wird. Auch bei einem erfahrenen Laserchirurgen gibt es keine hundertprozentige Garantie, dass ein perfektes Ergebnis entsteht. Man sollte immer im Gedächtnis behalten, dass es sich bei einer Laseroperation um einen irreversiblen Eingriff handelt.

Außerdem ist zu beachten, dass je ausgeprägter die Fehlsichtigkeit ist, die Wahrscheinlichkeit die Dioptrien nicht komplett auf null zu kriegen, ansteigt. Abhängig von der Hornhautdicke ist es möglich, eine Nachkorrektur vorzunehmen. Ein professioneller Laserchirurg klärt den Betroffenen bereits im Vorfeld über alle Möglichkeiten auf. Darüber hinaus stellt der Berufsverband der Augenärzte Deutschland e. V. klar, dass ab dem Alter von 50 Jahren damit gerechnet werden muss, aufgrund zunehmender Altersweitsichtigkeit , wieder zu einer Brille greifen muss. Dies sei der ganz normale Alterungsprozess.

Ablauf der OP

Der Eingriff erfolgt ambulant. Wenn der Patient es sich wünscht, kann er eine Beruhigungstablette bekommen. Die Lider werden mit Klammern fixiert, um sie offen zu halten und am Auge wird eine lokale Betäubung vorgenommen. Dabei wird am häufigsten das LASIK-Verfahren angewendet, bei dem zunächst ein horizontaler Schnitt getätigt und ein kleiner Hornhautdeckel weggeklappt wird. Mit Hilfe eines zweiten Lasers, wird darunter die vorher bestimmte Gewebemenge verdampft. Zum Abschluss wird der Hornhautdeckel wieder zurückgeklappt, um die Wunde zu schützen. Dadurch wird die Heilung deutlich erleichtert und die Fläche des Narbengewebes reduziert. Handelt es sich um Weitsichtigkeit, wird mit dem Laser die Hornhaut aufgeteilt, was zu einer Veränderung der Lichtbrechung führt.

Der Eingriff selbst ist schnell vorbei und der Betroffene kann direkt nach Hause gehen, wobei die Augen mit einem Sichtverband geschützt sind. Insbesondere am Anfang ist es nicht ungewöhnlich, dass die Augen stark tränen und die Sicht verschwommen ist. Grundsätzlich ist das Sehvermögen aber bereits am nächsten Tag wieder normal. Es sollte allerdings mindestens eine Woche lang vermieden werden, die Augen zu reiben. Eine Entzündung der Augen wird verhindert, indem antibiotische Augentropfen verschrieben werden. In den ersten paar Wochen nach dem Eingriff werden regelmäßige Nachkontrollen durchgeführt, da sich der Zustand der Hornhaut immer noch verändern kann. Stellt sich eine plötzliche Verschlechterung der Sicht ein oder verspüren Sie nach dem Eingriff starke Schmerzen, sollten Sie dies umgehend von einem Arzt abklären lassen.

Mögliche Langzeitfolgen

Wie bei fast jedem Eingriff können auch bei einer Laserkorrektur Nebenwirkungen auftreten. Beispielsweise leiden 15 bis 20 Prozent im Anschluss an die OP unter Augentrockenheit. 5 Prozent der Operierten klagen über eine erhöhte Blendempfindlichkeit, die mitunter Monate andauern kann. Auch das Sehvermögen bei Nacht oder in der Dämmerung kann sich verschlechtern.

Im schlimmsten Fall kann eine Keratektasie auftreten. Dabei wird die Hornhaut instabil und wölbt sich nach außen, wodurch sich die Sehschärfe spürbar verringert. Tritt dieses Problem auf, muss es umgehend behandelt werden. Wenn es sehr extrem ist, kann nur eine Hornhauttransplantation helfen. Wie häufig eine solche Ektasie auftritt, kann nur geschätzt wird. Bei der LASIK-Methode belaufen sich die angegebenen Fälle auf 0,6 Prozent. Das Einwachsen der Hornhautschichten an der Oberfläche stellt eine weitere mögliche Komplikation dar, die nur selten auftritt. Dieses Problem kann nur im Verlauf des Heilungsprozesses auftreten, weshalb es umso wichtiger ist, die nachfolgenden Kontrolltermine wahrzunehmen.

Die Suche nach einem guten Operateur

Eine solche Operation per Laser ist durchaus kostenintensiv. Abhängig vom Umfang des Eingriffs, können die Kosten ein paar Tausend Euro betragen. Aus diesem Grund werden zunehmend günstige Operationen im Ausland angeboten. Auch in Deutschland gibt es allerdings über 300 LASIK-Zentren, die diese Operation durchführen. Bei so vielen Anbietern ist es schwierig, den Überblick zu behalten.

Wie qualifiziert ein Laserchirurg wirklich ist, lässt sich für den Laien kaum erkennen. Bei einem kompetenten und seriösen Arzt findet eine ausführliche Aufklärung statt, bei der Sie erfahren, was Sie erwarten können und welche Risiken es gibt. Darüber hinaus sollten auch sorgfältige Nachuntersuchungen angeboten werden. Hier liegt auch das größte Problem der Billiganbieter aus dem Ausland. Selbstverständlich steigen mit zunehmender Erfahrung des durchführenden Arztes auch die Aussichten auf Erfolg. Aus diesem Grund ist die Wahl eines spezialisierten Zentrums immer besser als ein Operateur, der einen solchen Eingriff nur gelegentlich durchführt.

Operateure, die einen bestimmten Standard erfüllen, werden vom TÜV zertifiziert. Des Weiteren gibt die KRC (Kommission Refraktive Chirurgie) eine Aufstellung der Klinken bzw. Laserchirurgen heraus, die deren Qualitätsanforderungen entsprechen.