Borretsch Heilpflanze

Borretsch Heilpflanze Anwendung
Corinna Huter/shutterstock.com

Borretsch Heilpflanze – Heilkraft,  Anwendung und Nebenwirkungen

Der Begriff Borretsch stammt aus dem Arabischen (Borago officinalis) und heißt Vater des Schweißes. Hier kommt man gleich auf den schweißtreibenden Effekt der Heilpflanze zu sprechen. Diese setzt man ebenso gegen Erkältung ein. Zudem soll sie bei Trauer und Depressionen eine stimmungsaufhellende Wirkung haben. Hier erfahren Sie mehr über die Wirkung, Anwendung sowie Nebenwirkungen des Heilkrauts Borretsch.

Wissenswertes

Bei 50 Zentimetern Höhe ist die krautige Pflanze an den Stängeln sowie den dunkelgrünen, derben und großen Blättern borstig behaart. Diese trägt zunächst zart rosa und dann später in den Monaten zwischen Mai und September blau leuchtende Blüten an einem Blütenstiel, der ein bis drei Zentimeter lang ist. Borretsch ist ziemlich anspruchslos, allerdings keinesfalls winterhart. Lediglich in warmen Gegenden sät sich die Pflanze immer erneut selbst aus. Das Aussäen beginnt ab April. Zwischen Juni und Oktober kann man dann die Blüten und Blätter ernten.

Borretsch wird auch Kukumerkraut, Gurkenkraut, Blauhimmelstern, Liebäugelchen, Sternblümchen, Salatkraut, Wohlgemütsblume oder Herzfreude genannt. Bei manchen dieser volkstümlichen Namen kann man vermuten, zu welchen Zwecken seit langem diese Pflanze in der Küche und in der Volksmedizin verwendet wird. Dieses weltweit angebaute Küchengewürz ist für die Frankfurter Grüne Soße unerlässlich. Bereits zu Lebzeiten von Goethe war Borretsch mit noch sechs anderen Kräutern Bestandteil des alten Rezepts.

Allerdings ist Borretsch keinesfalls ungefährlich. Wer eine größere Anzahl der Blüten, die botanisch auch Boraginis flos genannt werden, oder des Gurkenkrauts (Kraut) isst, ruiniert seine Gesundheit. Die Pflanzenteile des Borretsch beinhalten tatsächlich hohe Mengen an gewissen Pyrrolizidinalkaloiden (Alkaloide). Diese sind teilweise für die Leber giftig und bewiesen zumindest im Tierversuch eine krebserregende und erbgutschädigende Wirkung. Daher wird offiziell vom übermäßigen und regelmäßigen Gebrauch abgeraten. Die Samen dieser Pflanze dagegen sind nicht bedenklich, weil sie über keine Pyrrolizidinalkaloide verfügen.

Heilkraft Borretsch

Borretsch ist ein allgemeines Stärkungsmittel. Es hat eine schweiß-, harntreibende, entzündungshemmende und reizlindernde Wirkung. Neben den Alkaloiden, die gesundheitsschädlich sind, beinhaltet die Pflanze beispielsweise zahlreiche Mineralstoffe, Kieselsäure, essenzielle Fettsäuren, Schleim- und Gerbstoffe, Allantoin, Vitamin C, Saponine, Flavonoide und Kaliumnitrat.

Im Gegensatz zu den Borretschblüten und -kraut enthält das Borretschöl, welches man aus den Samen dieser Pflanze gewinnt, keinerlei gefährliche Pyrrolizidinalkaloide. Dafür verfügt es über genügend Gamma-Linolensäure. Im Körper trägt diese mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure dazu bei, dass krampflösende und entzündungshemmende Stoffe gebildet werden. Diese ist essenziell. Das bedeutet, dass der Körper sie keinesfalls selbst herstellen kann, sondern sie über die Nahrung aufzunehmen hat. Bei Herz-Kreislauf-Krankheiten und eventuell ebenso bei Typ-2-Diabetes (Diabetes mellitus) regulieren Omega-3-Fettsäuren die wichtigen Stoffwechselprozesse. Inwiefern eine vermehrte Zufuhr von diesen Fettsäuren dem Herzen nutzt, wird noch derzeit erforscht.

Die beinhaltete Kieselsäure fördert das Wachstum von Nägeln, Haaren und Haut. Zudem soll Borretsch das Produzieren des Glückshormons Serotonin begünstigen. Er gilt daher als pflanzliches Beruhigungsmittel und Antidepressivum.

Anwendung Borretsch

Als Arzneimittel verwendet man insbesondere das Borretschöl, das man aus den Samen presst. Jedoch ebenso Kraut und Blüten finden Gebrauch. Diese werden getrocknet als Tee oder Gewürz oder frisch als Salat eingesetzt. Man sollte jedoch auf das regelmäßige Genießen aufgrund der kanzerogenen (krebserregend) und genotoxischen (erbgutschädigend) Pyrrolizidinalkaloide lieber verzichten.

Anwendungsbereich für Borretsch-Blüten und -Kraut

Borretschblätter, im Botanischen auch Boraginis herba genannt, sich geschmacklich der Gurke ähnlich. Daher kommt der Name Gurkenkraut. Diese begünstigen die Verdauung und tragen zur Anregung des Stoffwechsels bei. Für den Borretsch-Tee gilt das ebenfalls. Er hat außerdem eine fiebersenkende, blutreinigende, harn- sowie schweißtreibende Wirkung und soll entsprechende Erkältungssymptome lindern. Zudem rät man zu diesem Tee bei innerer Unruhe, Trauer und Depression, weil er das Produzieren des Glückshormons Serotonin begünstigt und die Nerven beruhigen soll. In einer Tasse sollte man zwei Gramm dieses Heilkrauts mit erhitztem Wasser übergießen. Als Trinkmenge wird drei Mal pro Tag eine Tasse empfohlen.

Die aufgegossenen Blätter können äußerlich als entsprechender Umschlag bei Wunden, Ekzemen, Hautproblemen und Kopfschmerzen eingesetzt werden. Ferner sind sie offenbar zum Spülen bei Entzündungen im Rachen- und Mundbereich geeignet.

Anwendungsbereiche für Borretsch-Samen

Aus den Samen dieser Borretsch-Pflanze wird das Borretschsamenöl (Boraginis oleum, Boraginis officinalis oleum raffinatum, Oleum boraginis semen) gewonnen. Es setzt sich aus Fettsäureglyceriden, mit einer großen Anzahl an ungesättigten Fettsäuren, vor allem Linolsäure und Gamma-Linolensäure zusammen.

Das Öl wird nicht nur äußerlich, sondern ebenso innerlich angewendet. Es unterstützt die Leistungsfähigkeit und ist hilfreich bei unterschiedlichsten Hautproblemen wie etwa Neurodermitis und Ekzemen. Als Mundspülung verdünnt soll Borretsch-Öl Zahnfleisch- und Mundhöhlenentzündungen lindern.

Die exakte Dosierung liest man im Beipackzettel nach oder fragt dazu den Heilpraktiker oder Apotheker.

Nebenwirkung Borretsch

Bei sachgemäßer Anwendung gibt es beim Borretschöl keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten. Wenn Blüten und Blättern langfristig eingenommen werden, kann es allerdings beispielsweise zu Leberproblemen kommen.

Anwendungshinweise Borretsch

Ein Kilogramm der getrockneten Pflanze enthält ungefähr zehn Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide. Selbst wenn keinesfalls alle dieser Alkaloide als krebserregend und toxisch gelten, ist ein regelmäßiges Verwenden von Borretschblüten oder -blättern keineswegs zu empfehlen. Dies gilt nicht nur für Tees oder Gewürze, die man aus der Pflanze herstellt, sondern ebenso für diese frischen Pflanzenteile. Das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) warnt ausdrücklich vor der Belastung, die durch Pyrrolizidinalkaloide entstehen. Die Menge pro Tag der aufgenommenen schädlichen Pyrrolizidinalkaloide sollte je Kilogramm Körpergewicht allerhöchstens 0,007 Mikrogramm betragen.

Personen mit Schizophrenie oder Epilepsie dürfen diese Heilpflanze lediglich nach Absprache mit dem Arzt einsetzen.

Für Schwangere, Stillende und Kinder eignet sich eine Behandlung mit dieser Heilpflanze nicht.

Bezugsquelle

Man kann im Reformhaus, in der Drogerie oder Apotheke das pure Borretschsamen-Öl oder die Borretschöl-Kapseln erwerben. Gut sortierte Gewürz- und Teeläden führen Borretsch als Kräuter- oder Teemischung.

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