Johanniskraut
Johanniskraut

Johanniskraut: Warum die goldgelbe Heilpflanze als natürlicher Stimmungsaufheller gilt – und was Sie vor der Anwendung wissen müssen

Wenn die Tage grau werden, die Nerven blank liegen oder eine kleine Wunde versorgt werden will, greifen viele Menschen seit jeher zu einer ganz besonderen Pflanze: dem Johanniskraut. Mit seinen leuchtend gelben Blüten, die sich wie kleine Sonnen gegen den Sommerhimmel abzeichnen, gehört es zu den bedeutendsten Heilpflanzen Europas. Bereits die Klostermedizin des Mittelalters wusste um seine vielseitige Kraft, und auch die moderne Phytotherapie hat die Wirkung des Krauts mittlerweile durch zahlreiche Studien bestätigt. Heute zählt Johanniskraut zu den am besten erforschten pflanzlichen Arzneimitteln überhaupt und findet sowohl in der Apotheke als auch in der traditionellen Hausapotheke einen festen Platz. Doch was genau macht diese Pflanze so wertvoll – und worauf sollten Sie achten, wenn Sie ihre Kraft für sich nutzen möchten?

Was ist Johanniskraut?

Botanische Einordnung und Herkunft

Das Echte Johanniskraut, botanisch Hypericum perforatum, ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Hartheugewächse. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 90 Zentimetern und fällt vor allem durch ihre sternförmigen, goldgelben Blüten auf. Zerreibt man die zarten Blütenblätter zwischen den Fingern, tritt ein rötlicher Saft aus – ein charakteristisches Merkmal, das auf den Inhaltsstoff Hypericin hinweist. Ein weiteres Erkennungszeichen sind die kleinen, durchscheinenden Öldrüsen in den Blättern, die bei Gegenlicht wie feine Nadelstiche wirken und der Pflanze den botanischen Beinamen „perforatum“ eingebracht haben.

Seine Hauptblütezeit liegt rund um den 24. Juni, den Johannistag, dem die Pflanze auch ihren Namen verdankt. Johanniskraut bevorzugt sonnige Standorte, gedeiht an Wegrändern, auf Wiesen, Waldlichtungen und Böschungen und ist in ganz Europa, Nordafrika und Westasien heimisch. Heute wird es zudem gezielt für medizinische Zwecke angebaut.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe

Die heilende Wirkung des Johanniskrauts beruht auf einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Pflanzenstoffe. Im Mittelpunkt stehen das rotfärbende Hypericin und das farblose Hyperforin, die gemeinsam für die stimmungsaufhellende Wirkung verantwortlich gemacht werden. Ergänzt werden sie durch Flavonoide wie Rutin und Quercetin, die antioxidativ wirken, sowie durch Gerbstoffe, ätherische Öle und Biflavone. Diese Kombination macht die Pflanze zu einem echten Multitalent, dessen Wirkung weit über eine einzelne Substanz hinausgeht.

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Wirkung von Johanniskraut auf Körper und Psyche

Stimmungsaufhellende Wirkung bei leichten bis mittelschweren Verstimmungen

Johanniskraut ist vor allem für seine antidepressive Wirkung bekannt. Moderne Untersuchungen zeigen, dass standardisierte Extrakte den Abbau wichtiger Botenstoffe im Gehirn wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin hemmen. Dadurch bleiben diese Neurotransmitter länger verfügbar, was die Stimmung stabilisieren und den Antrieb fördern kann. Mehrere Metaanalysen belegen, dass hochdosierte Johanniskrautextrakte bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen eine vergleichbare Wirksamkeit wie synthetische Antidepressiva erreichen können, häufig bei deutlich besserer Verträglichkeit.

Beruhigende und nervenstärkende Effekte

Neben der Wirkung auf die Stimmung wird Johanniskraut traditionell auch bei innerer Unruhe, nervöser Erschöpfung und Schlafstörungen eingesetzt. Es wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem, ohne dabei müde zu machen. Gerade in Phasen, in denen Körper und Geist überlastet sind, kann die Heilpflanze helfen, wieder in einen gesunden Rhythmus zu finden.

Äußerliche Wirkung auf die Haut

Das aus den Blüten gewonnene, leuchtend rote Johanniskrautöl ist ein bewährtes Mittel bei Hautbeschwerden aller Art. Es wirkt entzündungshemmend, wundheilungsfördernd und lindernd bei Nervenschmerzen. Traditionell wird es bei leichten Verbrennungen, Sonnenbrand, Prellungen, Muskelverspannungen und sogar bei Narbenpflege verwendet.

Anwendungsgebiete im Überblick

Innerlich angewendet unterstützt Johanniskraut bei leichten depressiven Verstimmungen, saisonalen Stimmungstiefs, Herbst-Winter-Depressionen, nervöser Unruhe, Prüfungsangst und Erschöpfungszuständen. Auch bei hormonell bedingten Stimmungsschwankungen, etwa in den Wechseljahren oder im Rahmen des prämenstruellen Syndroms, hat sich die Pflanze bewährt.

Äußerlich findet Johanniskrautöl Anwendung bei Sonnenbrand, kleineren Wunden, Muskelverspannungen, Ischiasbeschwerden, Hexenschuss, Neuralgien und zur Pflege empfindlicher oder beanspruchter Haut. Auch in der Narbenpflege zeigt das Rotöl gute Ergebnisse, wenn es regelmäßig einmassiert wird.

Zubereitung und Darreichungsformen

Johanniskrauttee selbst zubereiten

Für eine Tasse Tee übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Johanniskraut mit etwa 150 Millilitern kochendem Wasser und lassen den Aufguss zugedeckt rund zehn Minuten ziehen. Zwei bis drei Tassen täglich über mehrere Wochen entfalten ihre volle Wirkung. Wichtig zu wissen: Tee enthält deutlich geringere Mengen der Wirkstoffe als standardisierte Präparate und eignet sich daher eher zur sanften Unterstützung.

Rotöl selbst herstellen

Für das klassische Rotöl füllen Sie eine Handvoll frisch gepflückte Johanniskrautblüten in ein sauberes Schraubglas und übergießen sie mit hochwertigem Oliven- oder Sonnenblumenöl, sodass alle Blüten bedeckt sind. Das Glas kommt für sechs bis acht Wochen an einen sonnigen Platz und sollte täglich leicht geschüttelt werden. Nach und nach färbt sich das Öl tiefrot. Anschließend durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen und dunkel lagern.

Tinktur, Kapseln und Fertigpräparate

Tinkturen, Kapseln, Dragees und Filmtabletten bieten den Vorteil einer gleichbleibenden, standardisierten Wirkstoffkonzentration. Besonders bei depressiven Verstimmungen sollten Sie auf hochdosierte, apothekenpflichtige Präparate mit ausgewiesenem Hypericin- oder Hyperforin-Gehalt zurückgreifen, da nur diese in Studien zuverlässig wirksam waren.

Dosierung und Anwendungsdauer

Empfohlene Tagesdosen

Bei standardisierten Präparaten gelten Tagesdosen zwischen 600 und 900 Milligramm Trockenextrakt als therapeutisch wirksam. Für Tee sind zwei bis drei Tassen täglich üblich, für Tinkturen zwei- bis dreimal täglich 20 bis 40 Tropfen.

Wann setzt die Wirkung ein?

Anders als chemische Stimmungsaufheller wirkt Johanniskraut nicht sofort. In der Regel stellt sich eine spürbare Verbesserung erst nach zwei bis vier Wochen kontinuierlicher Einnahme ein. Geduld ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor – wer die Anwendung nach wenigen Tagen abbricht, verpasst oft den eigentlichen Effekt.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen

Johanniskraut gilt als gut verträglich, dennoch kann es in seltenen Fällen zu Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit, Unruhe oder allergischen Hautreaktionen kommen. Besonders bekannt ist die photosensibilisierende Wirkung: Helle Hauttypen reagieren empfindlicher auf UV-Strahlung und sollten während der Einnahme intensive Sonnenbäder und Solariumbesuche meiden.

Wichtige Wechselwirkungen mit Medikamenten

Johanniskraut beschleunigt in der Leber den Abbau zahlreicher Arzneimittel. Dadurch kann es die Wirkung der Antibabypille, bestimmter Antidepressiva, Blutverdünner wie Marcumar, Immunsuppressiva, HIV-Medikamente, Herzmittel und Krebstherapeutika abschwächen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte die Anwendung unbedingt mit einem Arzt oder Apotheker abstimmen.

Wann Johanniskraut nicht angewendet werden sollte

In der Schwangerschaft und Stillzeit, bei schweren Depressionen, bei bekannter Lichtüberempfindlichkeit sowie vor geplanten Operationen sollte auf Johanniskraut verzichtet werden. Auch für Kinder unter zwölf Jahren ist es nicht geeignet.

Praktische Tipps für die Anwendung

Sammeln und Trocknen der Pflanze

Der ideale Erntezeitpunkt liegt zwischen Ende Juni und Ende Juli, an einem trockenen, sonnigen Tag. Geerntet werden die oberen blühenden Triebspitzen. Wichtig ist die sichere Bestimmung: Zerreiben Sie eine Blüte – färbt sie rötlich, handelt es sich um das Echte Johanniskraut. Zum Trocknen bündeln Sie die Triebe locker und hängen sie an einem luftigen, schattigen Ort auf.

Qualität erkennen beim Kauf

Achten Sie auf Bio-Qualität, kontrollierten Anbau und transparente Angaben zum Wirkstoffgehalt. Hochwertige Fertigpräparate nennen die enthaltene Hypericin- oder Hyperforin-Menge. Bei Ölen sollte die Farbe tiefrot sein – ein blasses Öl deutet auf minderwertige Qualität oder zu geringe Blütenkonzentration hin.

Kombination mit anderen Heilpflanzen

Johanniskraut lässt sich sinnvoll mit anderen Pflanzen kombinieren: Baldrian und Hopfen verstärken die beruhigende Wirkung bei Schlafstörungen, Melisse unterstützt bei nervöser Unruhe, und Lavendel eignet sich hervorragend bei innerer Anspannung und Angstzuständen.

Hilfe bei häufigen Problemen

Was tun bei ausbleibender Wirkung?

Wenn sich nach vier bis sechs Wochen keine Besserung zeigt, kann die Dosierung zu niedrig, das Präparat zu schwach standardisiert oder die Anwendung nicht konsequent genug sein. Auch die Art der Beschwerden spielt eine Rolle – bei mittelschweren bis schweren Depressionen reicht die pflanzliche Therapie meist nicht aus.

Umgang mit erhöhter Lichtempfindlichkeit

Tragen Sie während der Einnahme einen ausreichenden Sonnenschutz auf, verzichten Sie auf Solarien und meiden Sie die intensive Mittagssonne. Helle Kleidung und ein Hut bieten zusätzlichen Schutz.

Wann ein Arztbesuch notwendig ist

Bei anhaltenden Stimmungstiefs, Schlafstörungen, Suizidgedanken oder körperlichen Symptomen ist professionelle Hilfe unverzichtbar. Johanniskraut kann unterstützen, ersetzt aber in keinem Fall eine ärztliche Diagnose und Behandlung.

Johanniskraut in der traditionellen Heilkunde

Schon Hildegard von Bingen und Paracelsus schätzten Johanniskraut als Mittel gegen „Fantasmata“ – düstere Gedanken und seelische Unruhe. In der Volksmedizin galt die Pflanze als Schutz vor bösen Geistern und wurde an Fenstern und Türen aufgehängt. Heute hat die moderne Phytotherapie diese alten Erfahrungen wissenschaftlich untermauert und Johanniskraut zu einem festen Bestandteil der evidenzbasierten Pflanzenheilkunde gemacht.

Fazit

Johanniskraut ist eine der vielseitigsten und am besten erforschten Heilpflanzen Europas. Seine Wirkung reicht von der sanften Aufhellung der Stimmung über die Beruhigung der Nerven bis hin zur Linderung von Hautbeschwerden. Wer die Pflanze bewusst und informiert einsetzt, findet in ihr einen wertvollen natürlichen Begleiter durch graue Tage, stressige Phasen und kleine Wehwehchen des Alltags. Gleichzeitig gilt: Bei aller Kraft der Natur ist Johanniskraut kein harmloses Hausmittel – wer Medikamente einnimmt, schwanger ist oder unter stärkeren Beschwerden leidet, sollte die Anwendung ärztlich begleiten lassen. Richtig eingesetzt aber entfaltet die goldgelbe Sonnenpflanze eine Heilkraft, die schon seit Jahrhunderten überzeugt – und heute aktueller ist denn je.

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Johanniskraut Kapseln

Johanniskraut-Kapseln gehören zu den beliebtesten Darreichungsformen, da sie eine einfache, geschmacksneutrale und exakt dosierbare Einnahme ermöglichen. Besonders bei leichten bis mittelschweren Stimmungstiefs sind hochdosierte Kapseln mit standardisiertem Hypericin-Gehalt die erste Wahl. Tipp: Achten Sie auf Präparate mit mindestens 600 bis 900 Milligramm Trockenextrakt pro Tagesdosis und nehmen Sie die Kapseln möglichst immer zur gleichen Uhrzeit ein, um einen konstanten Wirkspiegel aufzubauen.

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Johanniskraut Öl (Rotöl)

Das klassische Rotöl ist ein wahres Allround-Mittel für die äußere Anwendung. Es unterstützt die Heilung kleiner Wunden, lindert Sonnenbrand, beruhigt gereizte Haut und hilft bei Muskelverspannungen oder Nervenschmerzen. Tipp: Wählen Sie ein Öl in Bio-Qualität mit tief leuchtend roter Farbe – das ist ein sicheres Zeichen für einen hohen Blütenanteil und eine schonende Herstellung. Zur Narbenpflege regelmäßig sanft einmassieren.

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Johanniskraut Tee

Ein hochwertiger Johanniskrauttee eignet sich hervorragend zur sanften Unterstützung bei innerer Unruhe, Nervosität und leichten Stimmungsschwankungen. Tipp: Achten Sie auf lose Ware aus kontrolliert biologischem Anbau, da diese in der Regel eine höhere Wirkstoffkonzentration aufweist als Beuteltees. Für die optimale Wirkung zwei bis drei Tassen täglich über mehrere Wochen trinken und stets zugedeckt ziehen lassen, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben.

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Johanniskraut Tropfen / Tinktur

Tinkturen sind ideal für alle, die eine flexible Dosierung bevorzugen. Die flüssige Form wird schnell aufgenommen und lässt sich leicht in Wasser oder Tee einnehmen. Tipp: Besonders praktisch ist eine Tinktur unterwegs oder bei akuten Unruhezuständen. Achten Sie auf alkoholische Auszüge aus der gesamten blühenden Pflanze und auf eine klare Angabe der empfohlenen Tagesdosis von meist 20 bis 40 Tropfen, zwei- bis dreimal täglich.

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Johanniskraut Dragees

Dragees enthalten oft eine besonders hoch konzentrierte Wirkstoffform und sind apothekenüblich bei depressiven Verstimmungen im Einsatz. Sie sind magenfreundlich und eignen sich gut für eine längere Anwendung. Tipp: Wählen Sie Präparate mit ausgewiesenem Hyperforin- oder Hypericin-Gehalt und lassen Sie sich in der Apotheke zur Kombination mit anderen Medikamenten beraten, da Johanniskraut zahlreiche Wechselwirkungen aufweisen kann.

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Johanniskraut Salbe

Johanniskraut-Salben sind eine praktische Alternative zum Öl, wenn eine zielgerichtete lokale Anwendung gewünscht ist. Sie eignen sich ideal für Muskelverspannungen, kleine Verletzungen, trockene Hautstellen und empfindliche Hautpartien. Tipp: Besonders wertvoll sind Salben mit zusätzlichen pflegenden Inhaltsstoffen wie Ringelblume oder Sheabutter. Mehrmals täglich dünn auftragen und sanft einmassieren, um die Wirkstoffe tief in die Haut einzubringen.

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Johanniskraut Bad

Ein Johanniskraut-Badezusatz entfaltet seine Wirkung besonders gut am Abend, wenn Körper und Geist zur Ruhe kommen sollen. Das warme Wasser öffnet die Poren und lässt die ätherischen Öle sanft einwirken. Tipp: Ideal nach stressigen Tagen, bei Muskelverspannungen oder als Einschlafhilfe. Baden Sie etwa 15 bis 20 Minuten bei 37 bis 38 Grad und ruhen Sie anschließend 30 Minuten nach, um den Entspannungseffekt voll auszuschöpfen.

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Häufige Leserfragen zu Johanniskraut

1. Wie lange dauert es, bis Johanniskraut wirkt?

Johanniskraut entfaltet seine volle Wirkung erst nach etwa zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme. Anders als synthetische Medikamente wirkt die Pflanze sanft und aufbauend, nicht sofort. Tipp: Führen Sie ein kleines Stimmungstagebuch, um feine Veränderungen besser wahrzunehmen, und brechen Sie die Anwendung nicht vorzeitig ab – gerade in den ersten zwei Wochen ist Geduld entscheidend.

2. Kann ich Johanniskraut zusammen mit der Antibabypille einnehmen?

Nein, das ist ausdrücklich nicht empfehlenswert. Johanniskraut beschleunigt den Abbau der Hormone in der Leber und kann dadurch die Wirkung der Pille so stark abschwächen, dass kein zuverlässiger Empfängnisschutz mehr besteht. Tipp: Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Frauenarzt, bevor Sie Johanniskraut einnehmen, und nutzen Sie in der Zwischenzeit zusätzliche Verhütungsmethoden.

3. Ist Johanniskrauttee genauso wirksam wie Kapseln?

Nicht ganz. Tee enthält zwar wertvolle Inhaltsstoffe, aber die Konzentration an Hypericin und Hyperforin ist deutlich geringer als in standardisierten Fertigpräparaten. Für leichte Stimmungstiefs und zur allgemeinen Nervenstärkung ist Tee sehr gut geeignet, bei ausgeprägten depressiven Verstimmungen sollten Sie jedoch auf apothekenpflichtige, hochdosierte Präparate zurückgreifen.

4. Darf ich während der Johanniskraut-Einnahme in die Sonne?

Kurze, normale Sonnenexposition ist meist unproblematisch, ausgedehnte Sonnenbäder oder Solariumbesuche sollten Sie jedoch vermeiden. Johanniskraut kann die Haut lichtempfindlicher machen, besonders bei hellen Hauttypen. Tipp: Verwenden Sie während der Einnahme konsequent Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung schützende Kleidung.

5. Kann Johanniskraut bei Schlafstörungen helfen?

Ja, insbesondere wenn die Schlafprobleme durch innere Unruhe, Grübeln oder leichte Verstimmungen verursacht werden. Johanniskraut wirkt ausgleichend auf das vegetative Nervensystem und fördert einen gesunden Schlafrhythmus. Tipp: In Kombination mit Baldrian, Hopfen oder Melisse wird die beruhigende Wirkung zusätzlich verstärkt – ideal als abendlicher Tee oder Mischpräparat.

6. Ist Johanniskraut für Kinder geeignet?

Für Kinder unter zwölf Jahren wird Johanniskraut nicht empfohlen, da es hierzu keine ausreichenden Studien gibt. Bei Jugendlichen ab zwölf Jahren kann die Anwendung nach Rücksprache mit einem Kinderarzt erwogen werden. Tipp: Bei Kindern eignen sich oft sanftere Alternativen wie Melisse, Lavendel oder Hafertee besser für Unruhezustände und Einschlafprobleme.

7. Wie erkenne ich ein hochwertiges Johanniskrautöl?

Ein hochwertiges Rotöl ist an seiner tief leuchtend roten Farbe zu erkennen, die durch das Hypericin aus den Blüten entsteht. Ein blasses oder gelbliches Öl deutet auf wenige Blüten oder minderwertige Qualität hin. Tipp: Achten Sie auf Bio-Qualität, Kaltpressung und eine dunkle Glasflasche – so bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe länger stabil.

8. Kann ich Johanniskraut dauerhaft einnehmen?

Eine Einnahme über mehrere Monate ist grundsätzlich möglich, sollte aber nicht ohne ärztliche Begleitung erfolgen. Nach spätestens sechs Monaten ist eine Pause oder Neubewertung sinnvoll, um die Notwendigkeit der weiteren Anwendung zu prüfen. Tipp: Nutzen Sie längere Anwendungszeiträume bewusst und kombinieren Sie diese mit Bewegung, Ernährung und Entspannungstechniken – so unterstützen Sie die Wirkung ganzheitlich.

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