Gegen Demenz hilft Vitamin D

Demenz Frau Sonne Vitamin D Vorbeugen
Syda Productions/shutterstock.com

Gegen Demenz hilft Vitamin D

Rund 1,2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Diese Zahl kann sich in einigen Jahren sogar noch verdoppeln, da der Anteil der älteren Bevölkerung immer größer wird. So schätzen jedenfalls einige Experten die Situation ein. Forscher arbeiten daher auch sehr intensiv daran, Demenz besser verstehen zu können, um eines Tages vielleicht in der Lage zu sein, diese Krankheit verhindern zu können. Nun haben Forscher auf dem Weg dorthin die Entdeckung gemacht, dass Sonnenlicht einen sehr guten Nutzen hat.

Je älter man wird, desto höher wird auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Schätzungsweise 10 bis 17 Prozent der 80- bis 84-Jährigen sollen schon an Beeinträchtigungen ihres Denkvermögens leiden. Demenz führt dabei im Alltag nicht nur bei den betroffenen Patienten zu vielen Problemen, sondern auch bei den Angehörigen der Patienten. Und diese Krankheit ist auch der häufigste Grund, warum alte Menschen in ein Pflegeheim eingewiesen werden.

Man kann Demenz wohl vorbeugen

Eine Alzheimer-Demenz lässt sich nicht verhindern. Aber es gibt bestimmte Erscheinungsformen dieser Erkrankung, bei denen man durchaus vorbeugen kann. Dies ist zum Beispiel bei der vaskulären Demenz der Fall, die durch Arteriosklerose ausgelöst wird. Maßnahmen, die gegen Arterienverkalkung wirken, können hier Abhilfe schaffen.

Ein Team von Wissenschaftlern an der University of Exeter Medical School hat nun auch entdeckt, dass bei der Vorbeugung von Demenz sogar das Sonnenlicht ganz generell helfen kann. Dabei haben die Forscher 1.658 gesunde Probanden rekrutiert, die über 65 Jahre alt waren. In ihrer Studie bestimmten sie deren Vitamin-D-Gehalt im Blut. Nach einem Beobachtungszeitraum von sechs Jahren zeigte sich, dass 102 Probanden Alzheimer entwickelt hatten und 70 Probanden eine andere Form von Demenz bekamen.

Beim Mangel an Vitamin D verdoppelt sich das Risiko

Die Forscher konnten in ihrer Studie feststellen, dass diejenigen, die einen Mangel an Vitamin D im Blut aufwiesen, ein hohes Risiko hatten, an Demenz zu erkranken. Das Risiko hatte sich hierbei nämlich mehr als verdoppelt. Bei einem sehr starken Mangel an Vitamin D war das Risiko, an Demenz zu erkranken, sogar um 125 Prozent höher als üblich. Und dieses Bild erlangten die Forscher nicht nur bei ihrer Studie, sondern auch als sie Alzheimer-Patienten separat betrachteten.

Welche Mechanismen wirken, ist noch unklar

Was die Forscher nicht herausfinden konnten war, welche Mechanismen in diesem Zusammenhang wirken. Auch die Auswirkung von Vitamin-D-Präparaten auf eine Verringerung des Demenzrisikos konnten die Forscher bisher noch nicht klären. So erklärte der Forschungsleiter Llewellyn, dass man nun in einer großen klinischen Studie als nächstes testen wolle, welche Auswirkungen eine Steigerung des Vitamin-D-Spiegels im Blut zeigt.

Sicher ist aber, dass Vitamin D sich grundsätzlich gut auf die Gesundheit auswirkt. So hat eine Studie vor kurzem erst gezeigt, dass Asthma mithilfe von Sonnenlicht vorgebeugt werden kann. Und auch auf dem Blutdruck soll das Sonnenvitamin Vitamin D einen sehr positiven Einfluss haben.

Vitamin D ist das Sonnenvitamin

Möchte man den Vitamin-D-Speicher etwas auffüllen, dann ist es auf jeden Fall gut, sich an der frischen Luft aufzuhalten. Denn das Vitamin D wird zu fast 90 Prozent auf der Haut gebildet, wenn Sonnenstrahlen auf die Haut treffen. Daher leiden auch im Winter besonders viele Menschen unter einem Mangel an Vitamin D, in Deutschland schätzungsweise 60 Prozent der Bevölkerung. Denn die dicke Kleidung, die vor der Kälte schützt, sorgt natürlich auch dafür, dass das Sonnenlicht nur an sehr wenigen Körperstellen auf die Haut trifft und dort Vitamin D bilden kann. Ein täglicher Spaziergang von etwa 30 Minuten hat also nicht nur einen positiven Effekt auf die Fitness, sondern auch auf dem Vitamin-D-Spiegel im Blut.

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