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Ambrosia – Die Gefährliche Pflanze – Erkennen und Melden

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Ambrosia – Die Gefährliche Pflanze – Erkennen und Melden

In Süd- und Ostdeutschland versetzt ein unerwünschter Eindringling Allergiker in Schrecken: Der Beifuß-Ambrosia. Doch die Pollen dieser einjährigen Pflanze lösen zur Blütezeit nicht nur heftige Heuschnupfen-Symptome bei Allergikern aus; auch für andere birgt dieses Gewächs Gefahren.

Tickende Zeitbomben

Streng genommen gibt es das beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) schon seit beinahe 150 Jahren im Osten Europas. Es kann nur spekuliert werden, wie es dorthin gelangte. Vermutet wird, dass es damals über kontaminierte Saatgutlieferungen aus Nordamerika eingeschleppt wurde und später über verunreinigtes Vogelfutter seinen Weg auch nach Deutschland fand.

Lange Zeit vermochte es die Pflanze hier jedoch nicht, Fuß zu fassen. Zu anfällig ist die Ambrosia für frühen Frost, wie er in diesen Breitengraden üblich ist. Doch durch die Jahrhundertsommer in den Jahren 2003 und 2006 gelang es unzähligen Ablegern letztlich, ihren Lebenszyklus abzuschließen und ihren Samen in das Erdreich zu streuen. Tückisch ist, dass diese Samenkapseln, auch trotz harter Winter, bis zu 40 Jahre überdauern können, bis die Bedingungen zum Keimen optimal sind.

Für Allergiker ist Ambrosia aus zwei Gründen besonders heimtückisch:

  1. Zum einen liegt die Blütezeit der Pflanze zwischen Juli und Oktober, und damit relativ spät im Jahr. Vor allem für Allergiker, die gegen Frühblüher wie Erle oder Birke allergisch sind, war dies eine Zeit, zu welcher sie üblicherweise mit Ruhe rechnen konnten. So jedoch verlängert sich der Zeitraum der tränenden Augen und laufenden Nasen nun auch in die zweite Hälfte des Jahres.
  2. Der andere Grund, der Ambrosia besonders gefährlich macht, ist die Art seines Pollenausstoßes. Eine einzige Pflanze kann so pro Saison knapp eine Milliarde Pollenkörper in die Luft abgeben. Für etwa drei Viertel aller Allergiker reichen aber bereits fünf bis zehn einzelne Pollenkörper aus, um eine allergische Reaktion, wie Heuschnupfen oder Asthma, hervorzurufen.

Nicht ohne Grund gilt Ambrosia, trotz seines unscheinbaren Aussehens, entsprechend als einer der gefährlichsten natürlichen Allergieauslöser weltweit. Doch nicht nur Menschen, die bereits unter Heuschnupfen leiden, sollten sich in Acht nehmen. Auch ohne Vorbelastung durch andere Pollen oder Allergien, kann jeder Mensch zu jeder Zeit zum Allergiker werden. Tatsächlich ist Ambrosia in seinem Herkunftsland Amerika für einen Großteil der Allergien verantwortlich. Dass Deutschland diesem Schreckensszenario folgt, ist die Befürchtung vieler Experten.

Der Feldzug gegen den Eindringling

Doch es gibt auch Hoffnung. Seit geraumer Zeit schwärmen Freiwillige, unter der Anleitung von Fachleuten, auf der Suche nach dem Störenfried aus. Vor allem Ballungsgebiete wie Berlin profitieren schon seit Jahren von diesen Maßnahmen. Diese sogenannten “Ambrosia-Scouts” kartieren das Vorkommen des Gewächses und schaffen so die Voraussetzungen für die fachgerechte Beseitigung. So gelang es der deutschen Hauptstadt das Problem, zumindest momentan, weitestgehend in den Griff zu kriegen.

Da jedoch jedes Bundesland mit dieser Bedrohung aus der Natur anders umgeht, lohnt es sich auch anderenorts für engagierte Laien, nach dem Gewächs Ausschau zu halten. Das beifußblättrige Traubenkraut ist von starker Sonneneinstrahlung abhängig. Deshalb findet man es vorrangig auf offenen, hellen Flächen mit nur wenig anderem Bewuchs. Äcker, Lichtungen, Brachen aber auch Baustellen und Straßenränder sind dabei natürliche Habitate. Vor allem an Stellen, an denen Vogelfutter ausgestreut worden ist, finden sich diese unscheinbaren Pflanzen ab Ende Mai.

So kann man Ambrosia erkennen

Leider ist Ambrosia für den Laien durch sein unauffälliges Aussehen nur schwer von anderem Grünzeug zu unterscheiden.

Auch die Wuchshöhe macht es für das ungeschulte Auge nicht leichter: Das stark verzweigte Gewächs erreicht so eine Höhe zwischen 15 und 180 Zentimetern – leider eine immense Spanne ohne viel Aussagekraft.

Ein eindeutiges Merkmal, das Ambrosia jedoch von dem gemeinen Beifuß zu unterscheiden vermag, ist die Unterseite der Blätter. Diese ist beim weitaus weniger gefährlichen gemeinen Beifuß silbrig, wohingegen die gefährliche Ambrosia eine beinahe unbehaarte, grüne Unterseite der fiederspaltigen Blätter aufweist. Im Zweifelsfall gibt es einschlägige botanische Literatur, die eine Identifikation erheblich erleichtert.

Wie man dem Übeltäter zu Leibe rückt

Pflanzen, die noch nicht in der Blüte stehen, können einfach ausgerissen und entsorgt werden. Je gründlicher man dabei vorgeht, desto geringer ist die Chance, dass die Pflanze erneut sprießt. Blüht die Pflanze jedoch oder ist man sich nicht sicher, in welchem Stadium sich die Pflanze befindet, reicht es, eine Plastiktüte darüber zu stülpen und sie danach auszurupfen.

Bitte Melden Sie die Pflanze der Verwaltung und lassen Sie Experten die Beseitigung durchführen – Sie können sich schwer an dieser Pflanze Verletzen!

Melden der Ambrosia Pflanzen

So vermeidet man ungewollte Pollen und vor allem auch den Hautkontakt. Der Sack samt Gewächs kann dann einfach im Hausmüll entsorgt werden. Viel wichtiger als die fachgerechte Entfernung ist jedoch, dass man die Pflanze bei den Behörden oder im Internet im sogenannten “Ambrosia-Atlas” (leider nur Berlin/Brandenburg) registriert. Das ist auch per App problemlos möglich.

Deutschland ist also angewiesen auf gezielte Such- und Entfernungsaktionen. Auch laut Fachleuten kann nur dadurch eine weitere Verbreitung verhindert werden. Es ist von großer Wichtigkeit, dass ein bundesweites Bewusstsein dafür geschaffen wird, wie dringend dieses Problem ist.

Nur so lassen sich Szenarien, wie sie in Amerika vorzufinden sind, verhindern. Vor allem unsere Nachbarn in der Schweiz sind hier ein strahlendes Vorbild: Diese haben durch flächendeckende Maßnahmen und unzählige Freiwillige Ambrosia mittlerweile im Griff.

 
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Jan Oliver Frickehttps://www.vitaes.de
Als überzeugter Naturheiler , schreibe ich gerne über Gesundheitsthemen. Ich bin der Überzeugung das viel Heilkraft in den unbehandelten Naturprodukten liegt und das man durch einfache Verhaltensweisen, wie Ernährung und Bewegung zum Teil auf Medikamente verzichten kann.

Letzte Aktualisierung am 12.08.2020 um 02:16 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API