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Neurodermitis – Symptome, Behandlung und Auslöser

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Neurodermitis – Symptome, Behandlung und Auslöser

Neurodermitis ist nichts, was Sie auf die leichte Schulter nehmen sollten. Es handelt sich um eine häufige Hautkrankheit, die jedoch nicht ansteckend ist. In vielen Fällen verläuft es schubweise und besteht nicht die gesamte Zeit. Das Zentrum der Erkrankung ist eine gestörte Barrierenfunktion der Haut.

Dadurch kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems, welches sich durch verschiedene Symptome zeigt. Zwar ist es eine störende Krankheit und kann auch manchmal mit Schmerzen oder Jucken einherkommen, jedoch kann sie behandelt werden. Was Sie alles wissen sollten, zeigen wir Ihnen.

Was ist Neurodermitis?

Bevor Sie sich mit den Symptomen oder der Behandlung beschäftigen, sollten Sie genau wissen, was Neurodermitis ist. Leicht könnten Sie es mit einem herkömmlichen Hautausschlag oder ähnlichem verwechseln.

Neurodermitis ist auch unter den Namen „atopisches Ekzem“ oder „atopische Dermatitis“ bekannt. Diese Namen weisen auf die Rolle der Atopie hin, welche häufig zu Allergien und Überempfindlichkeit führt.

Daher werden Betroffene als Atopiker bezeichnet. Typisch ist, dass gleichzeitig mehrere allergischen Erkrankungen auftreten. Ebenso leiden viele Betroffene unter allergischer Rhinitis, wie Hausstaubmilbenallergie oder Heuschnupfen, Asthma und weiteren allergischen Beschwerden.

Außerdem wird die Erkrankung als „Eintrittspforte für die Karriere der Allergie“ bezeichnet. Das bedeutet, erst durch die Barrierestörung der Haut ist es den Allergien möglich, dass sich diese manifestieren können. Daher ist es wichtig, dass Sie es frühzeitig erkennen und passende Schritte einleiten.

Die Ursachen

Sie sollten ausreichendes Wissen über die Entstehung besitzen, jedoch ist diese weitestgehend leider unerforscht. Das bedeutet, Wissenschaftler wissen nicht viel darüber, weshalb ein Mensch daran erkrankt.

Es wird davon ausgegangen, dass ein komplexes Zusammenspiel aus Umweltfaktoren und genetischer Veranlagung dafür verantwortlich sind. An Anfang beinah jeder Erkrankung steht eine genetische Vorbelastung, welche die Barrierestörung der Haut fördert.

Sollten also Ihre beiden Eltern an der Erkrankung leiden, liegt eine hohe Wahrscheinlichkeit, von 60 bis 80 Prozent, vor, dass auch Sie an Neurodermitis erkranken. Sollte kein Elternteil an der Erkrankung leiden, liegt die Wahrscheinlichkeit immer noch bei 5 bis 15 Prozent.

Im Jahr 2015 gelang es einem Forschungsverbund zehn neue Genregionen zu identifizieren, welche das Risiko für Neurodermitis erhöhen.

Um diese herauszufinden, wurden weltweit rund 350.000 Menschen untersucht. Insofern liegen rund 31 Genregionen vor, welche Neurodermitis hervorrufen können. Essenziell ist, dass es Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen gibt. Insofern können Sie einen Asiaten nicht mit einem Europäer vergleichen, denn die Anfälligkeit für Neurodermitis ist sehr unterschiedlich.

Die verschiedenen Formen

Wie bei vielen Krankheiten gibt es auch bei der Neurodermitis unterschiedliche Formen, die Sie näher kennenlernen sollten. Die Formen sind nicht nur in ihrem Aussehen oder den Auswirkungen unterschiedlich, sondern jede Form muss anders behandelt werden.

Das große Problem ist, dass bis heute noch nicht klar ist, wie Sie die Formen anhand von Laborwerten oder anderen Merkmalen unterscheiden können. Bekannt ist hingegen der Unterschied zwischen der extrinsischen und intrinsischen Form.

Häufig tritt die extrinsische Form auf, welche sich durch Antikörper vom Typ Immunglobulin E (IgE) zeigt. Klassisch bei dieser Art sind Reaktionen auf Hausstaubmilben sowie Pollen und Nahrungsmittel. Oftmals tritt diese Art von Neurodermitis schubweise auf, die zuvor von Allergenen ausgelöst wurden. Erwähnenswert ist, dass Sie Neurodermitis nicht mit einer Nahrungsmittelallergie gleichsetzen können.

Ansonsten gibt es noch die intrinsische Form der Neurodermitis. Bei dieser liegt der IgE-Spiegel im normalen Bereich. Für Sie bedeutet das, dass Allergien bei diesem Typ eine untergeordnete Rolle spielen.

Jedoch hat eine Langzeitbeobachtung gezeigt, dass es durch die Barrierestörung der Haut passieren kann, dass Sie mit der Zeit eine Allergie entwickeln. Leicht wird aus einer intrinsischen Neurodermitis eine extrinsische Neurodermitis. Daher ist es wichtig, dass die Neurodermitis frühzeitig und richtig behandelt wird, damit es erst gar nicht so weit kommt.

Die Symptome

Nur, weil Ihre Haut leicht gerötet ist oder juckt, bedeutet das noch lange nicht, dass Sie unter Neurodermitis leiden. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Symptome, welche auf Neurodermitis hinweisen.

Zu beachten ist, dass sich die Neurodermitis im Laufe des Lebens verändert. Das bedeutet, Neurodermitis bei Babys sieht komplett anders aus, als Neurodermitis bei Kindern.

Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen verändert sich das Erscheinungsbild der Krankheit erneut. Daher sollten Sie beim Babyalter beginnen, um bereits Babys die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Bei Babys

Die Neurodermitis bei Babys zeigt sich durch die Rötung an den Wangen und der Kopfhaut. Dies ist meist ab dem zweiten bis dritten Lebensmonat zu sehen.

Außerdem zeigt die Haut juckende Bläschen sowie nässende und entzündete Hautpartien, auf welchen sich oftmals Krusten bilden. Am Kopf entdecken Sie hingegen häufig Schuppen, die an verbrannte Milch erinnern.

Es wird vom sogenannten „Milchschorf“ gesprochen. Auch der ausgeprägte Juckreiz weist auf die Neurodermitis hin, sodass die Babys oftmals Weinen, weil sie sich nicht zu helfen wissen.

Sobald das Baby anfängt zu krabbeln, können sich Ekzeme an den Knien bilden. Generell gelten Ekzemen als beinah sicheres Anzeichen für eine Neurodermitis-Erkrankung.

Bedenken Sie aber, dass Ekzeme auch bei anderen Krankheiten auftreten, wie zum Beispiel der Kontaktdermatitis oder dem seborrhoischen Ekzem. Die Neurodermitis-Erkrankung bei Babys kann in Schüben verlaufen oder sich über einen längeren Zeitraum stetig weiterentwickeln. Bei rund 50 Prozent der Babys verschwinden die Symptome bis zum zweiten Lebensjahr.

Bei Kindern

Eine Neurodermitis von Babys können Sie nicht mit einer Kleinkind-Neurodermitis vergleichen. Zunächst verändert sich die Lage und die Beschaffenheit der Ekzeme. Sie sind nun, wie der Großteil der restlichen Haut, eher trocken.

Die häufigsten Stellen sind Nacken, Gesicht, Augenlider, Oberschenkel, Ellenbogen, Handgelenke, Gesäß, Knie, Fußrücken sowie Hände. Lutscht Ihr Kind am Daumen, kann es auch am Daumen sowie den Lippen zu Ekzemen kommen.

Das große Problem in diesem Alter ist, dass Sie Ihr Kind nur schwer vom Kratzen abhalten können. Das ständige Kratzen verschlechtert jetzt den Hautzustand, was zu offenen Wunden und Infektionen führen kann.

Um diesen entgegenzuwirken, sollten Sie die Fingernägel der Kinder sehr kurzhalten. Auch Baumwollhandschuhe können helfen, damit Kinder nicht dauernd kratzen.

Bei Jugendlichen

Ab der Jugend verändert sich die Krankheit erneut. Die Ekzeme wandern weiter und zeigen sich an Augen, Mund, Stirn, Ellenbeugen, Hals, Nacken, oberen Brustbereich, Kniekehlen, Leisten und Handrücken.

In vielen Fällen ist Neurodermitis auch auf der Kopfhaut zu finden. Sie zeigt sich gerötet und beginnt zu schuppen. Selbst Entzündungen sind nun keine Seltenheit. Durch diesen Umstand passiert es manchmal, dass die Haare ausfallen.

Junge Schulkinder klagen hingegen über Ekzeme am Gesäß, was durch das lange Sitzen auf nicht atmungsaktiven Unterlagen entstehen kann.

Bei Erwachsenen

Selbst, wenn Sie als Kind bereits eine Neurodermitis-Erkrankung erfolgreich bekämpft haben, kann diese im Alter erneut ausbrechen. In manchen Fällen zeigt sich die Neurodermitis nicht als Ekzem, sondern durch kleine, juckende Knöllchen, die als Prurigo bezeichnet werden.

Sie können an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten und besonders stark jucken. Zur Erwachsenen-Neurodermitis zählen aber noch weitere Symptome.

Darunter Ekzeme an Händen und Füßen. Auch juckende Krusten auf der behaarten Kopfhaut sind keine Seltenheit. Die Ohrläppchen-Ränder sind hingegen gerötet, gerissen und oftmals entzündet.

Auch die Lippen und die Haut darum sind betroffen. Sie ist entzündet und juckt. Zur Erwachsenen-Neurodermitis zählt aber auch das Brennen und/oder Missempfindungen im Bereich der Rachenschleimhäute und des Mundes.

Abschließend können Verdauungsstörungen, wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall aufkommen. Sind Sie hingegen ein Allergiker, zeigt sich das durch das gleichzeitige Auftreten von mehreren allergischen Reaktionen.

Daher leiden viele Neurodermitis-Betroffene auch unter allergischen Schupfen, Asthma und anderen allergischen Reaktionen. Im Erwachsenenalter ist es eher selten, dass es Erkrankungen gibt, welche den gesamten Körper betreffen.

Insofern ist die komplette Rötung der Hautoberfläche oder Entzündungen selten anzutreffen. Kommt es aber dazu, sind die Ursachen für den schweren Verlauf noch unbekannt.

Die verschiedenen Risikofaktoren

Es gibt sowohl Risikofaktoren, welche einen Ausbruch der Neurodermitis befürworten, als auch Aspekte, welche die Erkrankung verschlimmern. Viele Jahre war die schädliche Wirkung von Zigarettenrauch verpönt.

Neurodermitis-Betroffene sollten aufhören zu rauchen, um die Krankheit nicht zu verschlimmern. Dennoch gab es immer wieder widersprüchlichen Studienergebnissen.

Nun hat eine Übersichtsstudie aber bestätigt, dass Rauchen schlecht für Neurodermitis-Erkrankte ist. Vor allem Kinder sind davon betroffen: Je mehr Tabakrauch Kinder einatmen, desto höher ist das Risiko, dass diese an Neurodermitis erkranken.

Außerdem hat eine Studie bewiesen, dass das Rauchen in der Schwangerschaft das Risiko erhöht, dass das Kind später an Neurodermitis leidet.

Darüber hinaus sollten Sie sich damit beschäftigen, welche Faktoren die Neurodermitis-Erkrankung verschlimmern oder zu häufigeren Schüben führen. Die Palette an Faktoren ist dabei breit gefächert und reicht von Chemikalien über Nahrungsmitteln bis zu Bakterien.

Einer der bekanntesten Faktoren ist das Wetter. Viele Neurodermitis-Betroffene geben an, dass ihnen die Sonne gut tut. Immerhin haben die UV-Strahlen auch eine antientzündliche Wirkung.

Wichtig ist, wenn Sie sich ein ausgedehntes Sonnenbad gönnen ist, dass Sie nicht zu viel schwitzen. Außerdem sollten Sie aufgekratzte oder heilende Haut vor zu viel UV-Strahlung schützen.

Im Winter sieht es hingegen ganz anders aus, denn jetzt trocknet die Haut oftmals aus. Das kalte Wetter sowie die warme Heizungsluft setzen selbst Menschen ohne Neurodermitis zu. Leicht verschlechtert sich das Hautbild. Ebenfalls sorgen Allergien, wie Hausstaubmilben oder Pollen, zu einen Neurodermitis-Schub.

Nahrungsmittel als Auslöser

Nicht zu vergessen sind die Nahrungsmittel, denn auch diese können einen Neurodermitis-Schub auslösen oder bestehende Neurodermitis verschlimmern.

Bei rund einem Drittel aller Kinder können Grundnahrungsmittel einen Neurodermitis-Schub hervorrufen.

Darunter fallen Hühnereier, Milch, Sojabohnen, Weizen, Fisch sowie Wal-, Hasel- und Erdnüsse. Oftmals ist es aber so, dass sich die Reaktion allein auf ein bis zwei Lebensmittel beschränkt.

Essenziell ist, dass Sie die Neurodermitis-Erkrankung nicht allein auf die Ernährung stützen. Das bedeutet, Nahrungsmittel allein können keine Neurodermitis auslösen. Schnell kommt es zu einer Fehldiagnose oder einer Fehlernährung der Kinder.

Nur, wenn es zu einer Nahrungsmittel-Provokation gemeinsam mit einem spezifischen IgE-Wert kommt, kann ein Neurodermitis-Schub ausgelöst werden.

Zusätzlich ist darauf zu beachten, ob Sie unter einer Pollen-Allergie leiden. Es kann zu Kreuzallergien kommen, wenn Sie diverse Produkte zu sich nehmen. Beispielsweise kommt es häufig zu einem Neurodermitis-Schub, wenn Birkenpollen-Allergiker Mandeln, Äpfel, Haselnüsse, Birnen, Kirschen, Kiwis, Pfirsiche, Quitten oder Brombeeren zu sich nehmen.

Schnell verschlechtert sich das Hautbild. Auch synthetische Inhaltsstoffe sind ein Grund für eine verstärkte Neurodermitis-Erkrankung. Künstliche Lebensmittel-Inhaltsstoffe sind genaustens zu beobachten, wobei es in der Regel zu „Pseudoallergien“ kommt.

Das bedeutet, die Lebensmittel spielen bei der Entstehung der IgE-Antikörper keine Rolle. Dennoch sollten Sie auf künstliche Zusatzstoffe verzichten. Das tut nicht nur Ihrer Haut gut, sondern Ihrem gesamten Körper.

Gibt es weitere Auslöser?

Selbstverständlich gibt es noch sehr viel mehr Aspekte, welche nicht nur eine Neurodermitis verschlimmern, sondern diese auch auslösen können. Reizstoffe sind dabei ein wichtiges Thema, wobei es sich in der Regel um im Haushalt verwendete Chemikalien handelt.

Sie rufen eine Hautreaktion hervor, was wiederum die Neurodermitis verschlimmern kann. Mit viel Vorsicht sind Desinfektionsmittel zu betrachten, welche Glutaraldehyd enthalten. Auch Reinigungsmittel mit Terpenen sind zu umgehen. Außerdem können diverse Inhaltsstoffe von Kosmetika und Cremes zu einem unerwünschten Ausbruch führen.

Genauso wie beim Essen sind Konservierungs- und Duftstoffe die häufigsten Auslöser, da diese zu Kontaktallergien führen können. Verzichten Sie ebenfalls auf Lanolin, Emulgatoren, Perubalsam sowie natürliche Pflanzenauszüge, zu finden in Kamille oder Arnika.

Selbst der eigene Körper kann eine Neurodermitis-Erkrankung befürworten. Ganz vorne ist Schweiß mit dabei, denn dieser verstopft die Poren und verteilt gleichzeitig Bakterien auf der Haut, sodass es schnell zu einem Juckreiz kommt.

Aber auch Kleidung aus rauen und groben Stoffen sollten Sie meiden, denn diese verschlechtern den Hautzustand und führen zum ungewollten Kratzen der Haut.

Die Behandlung

Die Behandlung von Neurodermitis ist sehr wichtig, denn die Krankheit kann sich mit der Zeit verschlimmern. Es geht sogar so weit, dass sich offene Wunden bilden, welche hingegen das perfekte Eintrittstor für Erkrankungen, Viren und Bakterien bilden.

Deshalb sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Sie verschiedene Symptome der Neurodermitis feststellen. Er kann Ihnen sagen, wie Sie weiter verfahren müssen. Aber auch wir zeigen Ihnen, was auf Sie zukommt, wenn Sie eine Behandlung von Neurodermitis in Anspruch nehmen. Aufgeteilt wird die Behandlung in eine Basis- und Ekzemtherapie.

Die Basistherapie:

Die Basistherapie kommt zum Einsatz, wenn nur eine leichte Form von Neurodermitis vorliegt und die Haut generell in einem guten Zustand ist. Als Erstes ist eine kontinuierliche Hautpflege sehr wichtig.

Der allgemeine Zustand der Haut muss verbessert werden, um den Barrieredefekt zu behandeln. Die aktuelle Europäische Leitlinie bietet dabei einen Anhaltspunkt, wie großzügig Sie mit Kosmetika umgehen sollten:

Ein Erwachsener mit Neurodermitis verbraucht pro Monat etwa ein Kilogramm feuchtigkeitsspendende Creme und Lotion. Außerdem ist es bei dieser Behandlung wichtig, dass Provokationsfaktoren vermieden oder reduziert werden. Wissen Sie beispielsweise, dass Ihr Körper heftig auf ein bestimmtes Parfüm oder Lebensmittel reagiert, vermeiden Sie den Kontakt.

Dadurch verhindern Sie akute Schübe oder eine Verschlimmerung der Neurodermitis. Die Verminderung der Hautkeime, wie Staphylococcus aureus, ist auch ein Teil der Basistherapie.

Sollte die Neurodermitis hingegen einer Nahrungsmittelallergie zugrunde liegen, sollte der Betroffene zusätzlich versuchen, diese Lebensmittel zu meiden oder gegebenenfalls zu reduzieren.

Ein vorheriger Provokationstest kann bestätigen, ob eine Allergie vorliegt. Selbstverständlich ist, dass das Kratzen und Jucken vermeiden wird. Immerhin verschlimmert sich damit der Zustand der Haut.

Praktisch ist, wenn Sie eine sogenannte „Neurodermitis-Schulung“ in Anspruch nehmen. Diese wird sowohl für Erwachsene als auch Kinder angeboten. Während der Schulung erfahren Sie, worauf Neurodermitis beruht und was Sie tun können, um die Krankheit zu behandeln.

Die Ekzemtherapie:

Die Ekzemtherapie wird hingegen bei akuten Krankheitsschüben in Anspruch genommen. Nun ist die Anwendung von antientzündlichen Wirkstoffen Pflicht. Vor allem Kortison-Cremes sind Standard.

Es können aber auch Calcineurin-Inhibitoren genutzt werden. Wichtig ist, dass Sie die Creme nicht nach eigener Verantwortung auftragen. Setzen Sie sich mit einem Arzt zusammen und er wird Ihnen mitteilen, wie Sie die Creme verwenden müssen.

Dabei ist es sinnvoll, wenn diese proaktiv verwendet wird. Bei den meisten Patienten wird die Creme zweimal pro Woche aufgetragen. Ist der Krankheitsdruck eher schwach, kann die Menge auch reduziert werden.

Kommt es zu symptomfreien Phasen, dürfen Sie mit dem Auftragen des Mittels nicht stoppen. Auch in diesen Phasen ist die Weiterverwendung sehr wichtig, denn so beugen Sie einem erneuten Schub vor.

Verwenden Sie Calcineurin-Hemmer ist es ratsam, wenn Sie die Symptome zunächst mit einer Kortison-Salbe lindern und anschließend auf den Calcineurin-Inhibitoren umsteigen.

Der Hemmer eignet sich hervorragend für empfindliche Haut, wie sie im Gesicht zu finden ist. Einige Patienten müssen die Neurodermitis nicht nur von außen bekämpfen, sondern auch von innen.

Es gibt diverse antientzündliche Wirkstoffe, welche eingenommen werden. Darunter beispielsweise Ciclosporin. Nur in extremen Ausnahmefällen sollten Sie hingegen zu Kortisontabletten greifen.

Essenziell ist, dass Sie die Medikamente nach einem Schub nicht einfach absetzen. Sie müssen jene „ausschleichen“ lassen. Das bedeutet, verringern Sie die Dosis immer weiter, bis Sie das Medikament nicht mehr einnehmen müssen.

Das schont den Körper. Bei einer mittelschweren bis schweren Neurodermitis-Erkrankung bei Erwachsenen kann ein Arzt den Antikörper Dupilumab verordnen. Das ist oftmals der Fall, wenn die Cremes oder andere Behandlungsansätze nicht ausreichen.

Die bekanntesten Behandlungsmethoden

Über die letzten Jahre haben sich zahlreiche Behandlungsmethoden entwickelt. Zu beachten gilt, dass nicht jede Behandlung bei jedem Patienten Wirkung zeigt. Daher gibt es viele unterschiedliche Ansätze, um die breite Masse an Neurodermitis-Betroffenen Linderung zu verschaffen.

Sie sollten sich aber niemals selbst behandeln, sondern sich immer mit einem Facharzt zusammensetzen. Er kann Ihnen genau sagen, wie die Neurodermitis zu behandeln ist, damit Sie die maximale Wirkung erreichen.

Vermeidungsstrategien:

Am Anfang der Neurodermitis wissen Sie noch nicht genau, was diese auslöst oder verschlimmert. Mit der Zeit lernen Sie aber diverse Faktoren kennen, wo Sie wissen, diese sind nicht gut für Ihre Haut und die Neurodermitis.

Demzufolge kommt die Vermeidungsstrategie (Karenzen) zum Einsatz, denn bei jener vermeiden Sie den Kontakt mit solchen Umwelteinflüssen.

Zum Beispiel Reinigungsmitteln, Duftstoffe, Lebensmittel oder Tierhaare. Es gibt eine lange Liste von Auslösefaktoren, die Sie bei der Vermeidungsstrategie einfach vermeiden.

Ersetzen Sie beispielsweise Wolle, auf die Sie mit Kratzen und Jucken reagieren, gegen glatte Stoffe, wie Baumwolle.

Auch im Bereich Hautpflege gibt es heute eine große Auswahl an Alternativen, die für Allergiker geeignet sind. Die konsequente Vermeidung kann Ihnen helfen, die Symptome einzudämmen und die Abheilung der Neurodermitis zu fördern.

Basispflege:

Die Basispflege ist einer der essenziellen Bestandteile der Basistherapie. Dennoch sollte jeder Betroffene von Neurodermitis sich mit der Basispflege seiner Haut beschäftigen.

Wichtig sind rückfettende und feuchtigkeitsspende Pflegeprodukte. Dadurch können Sie die symptomfreien Phasen verlängern und zugleich zur Abheilung beitragen.

Achten Sie beim Kauf der Pflegeprodukte aber darauf, dass diese für empfindliche Haut geeignet sind. Auf reine Öle sollten Sie verzichten, auch, wenn diese viel Feuchtigkeit schenken. Sie dringen nur geringfügig in die Haut ein.

Besser sind Cremes und Salben, welche die Feuchtigkeit binden. Im Gesicht verwenden Sie hingegen wässrige Produkte, da diese leichter einziehen.

Juckreiz behandeln:

Einer der größten Ärgernisse der Neurodermitis ist der quälende und ständige Juckreiz, der Sie zum Kratzen verleitet. Das ist aber der falsche Weg, denn mit dem Kratzen schädigen Sie Ihre Haut und verschlimmern die Erkrankung.

Daher müssen Sie den Juckreiz separat behandeln. Feuchte Umschläge mit gerbender Wirkung sind eine gute Lösung. Sie können aber auch auf kommerzielle Produkte zurückgreifen.

Haben Sie gerade nichts zuhause, verwenden Sie einen Schwarzteeumschlag. Auch Polidocanol-haltigen Produkte können eine Linderung verschaffen, die Sie am besten mit Harnstoffen verbinden.

Polidocanol wirkt lokal betäubend und verringert somit den Juckreiz. Hilft alles nichts, sollten Sie oral verabreichte Antihistaminika verwenden. Sie lindern den Juckreiz von innen, indem der Botenstoff Histamin freigesetzt wird.

Antientzündliche Maßnahmen:

Neurodermitis kommt oftmals mit einer Entzündung einher, welche sich mit der Zeit ausbreiten kann. Entzündungen sind die perfekten Pforten für Krankheiten, weshalb diese schnellstmöglich behandelt werden sollten. Zum Glück gibt es heute viele antientzündliche Maßnahmen, die helfen können.

Glukokortikosteroide zählen zu einer der wichtigsten Wirkstoffgruppen gegen Entzündungen. Sie werden bei vielen Patienten eingesetzt, die unter Neurodermitis leiden.

In den meisten Fällen als Salbe oder Creme. Nur während schweren Schüben können Kortisonpräparate auch als Tabletten verabreicht werden. Dennoch stehen viele Nutzer den Kortisonpräparaten mit viel Skepsis gegenüber, denn sie können diverse Nebenwirkungen aufweisen.

Heutige Produkte bieten aber ein wesentlich besseres Nutzen-Risiko-Verhältnis. Aber auch Calcineurin-Inhibitoren sind sehr beliebt und gelten als gute Alternative. Der Vorteil dieser Präparate ist, dass diese auch bei einer längeren Anwendung die Haut nicht ausdünnen.

Aber auch dieses Medikament besitzt Nebenwirkungen, wie eine Verstärkung des Juckreizes. Dupilumab kommt hingegen seit 2017 für mittelschwere bis schwere Neurodermitis bei Erwachsenen zum Einsatz.

Dessen Hauptaufgabe ist die Bildungshemmung von Entzündungsstoffen. Daher wird Dupilumab den Patienten alle zwei Wochen gespritzt. Jedoch kommt das Präparat nur zum Einsatz, wenn örtliche Behandlungen nicht ausreichen.

UV-Licht ist eine weitere antientzündliche Maßnahme. Die Bestrahlung mit UV-Licht, wobei eine bestimmte Wellenlänge wichtig ist, wird nach Vorgaben des Arztes durchgeführt.

Auf keinen Fall sollte die Behandlung erfolgen, wenn Sie gleichzeitig Medikamente verwenden, welche das Immunsystem unterdrücken. Auch Kinder unter 12 Jahren sollten nur ausnahmsweise mit UV-Licht bestrahlt werden. Der Grund ist, dass UV-Licht, genauso wie Sonnenlicht, das Risiko für eine Entartung der Hautzellen erhöht. Gerade Kinder sind von einem erhöhten Risiko betroffen.

Hyposensibilisierung:

Eine Hyposensibilisierung kommt in der Regel zum Einsatz, wenn gleichzeitig eine Allergie gegen Hausstaubmilben oder Pollen besteht, welche Augen und Nasen betreffen.

Bei der Immuntherapie wird der Körper schrittweise an die Allergene gewöhnt, sodass es nicht mehr zum Auslösen der Allergie kommt, wenn jener damit in Kontakt kommt. Eine solche Hyposensibilisierung kann auch im Zusammenhang mit einer Neurodermitis sinnvoll sein, wenn diese durch Allergene verschlimmert wird.

Alternativmedizin:

Das Interesse an der Alternativmedizin steigt von Tag zu Tag weiter an. Heute gibt es diverse homöopathische Lösungen oder Maßnahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin, welche Ihnen bei Neurodermitis helfen sollen.

Bedenken Sie aber, dass es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Maßnahmen gibt. Es sind jedoch vereinzelt Hinweise bekannt, dass diese geholfen haben. Daher kann Alternativmedizin ein guter Schritt sein, wenn die Schulmedizin nicht weiterhilft.

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Jan Oliver Frickehttps://www.vitaes.de
Als überzeugter Naturheiler , schreibe ich gerne über Gesundheitsthemen. Ich bin der Überzeugung das viel Heilkraft in den unbehandelten Naturprodukten liegt und das man durch einfache Verhaltensweisen, wie Ernährung und Bewegung zum Teil auf Medikamente verzichten kann.

Letzte Aktualisierung am 22.11.2020 um 10:06 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API