Ratgeber Blutdruckmessgerät  – Das sollten Sie beachten

Blutdruck messen mit einem Blutdruckmessgerät
Robert Kneschke/shutterstock.com

Ratgeber Blutdruckmessgerät  – Das sollten Sie beachten

Bluthochdruck zählt in Deutschland zu den Volkskrankheiten, denn er ist sehr verbreitet. Er kann bei den entsprechenden hohen Werten die Organe und die Arterien beziehungsweise Venen schädigen und weitreichende Folgen für die Gesundheit haben. Das Tückische an dieser Krankheit ist, dass Bluthochdruck sich nicht unbedingt mit typischen Symptomen bemerkbar macht. Doch unbehandelt kann er sogar zum frühzeitigen Tode führen. Umso wichtiger ist, dass jeder seinen Blutdruck in regelmäßigen Abständen misst. Um sich den Weg zum Arzt zu sparen, kann man mittels Blutdruckgerät seine Werte auch in den eigenen vier Wänden kontrollieren. Mit dem optimalen Blutdruckgerät.

Wie funktioniert ein Blutdruckmessgerät?

Patienten mit Bluthochdruck spüren selten, dass sie ernsthaft krank sind. Deshalb sollte jeder hin und wieder den Blutdruck kontrollieren, auch wenn er sich gesund und fit fühlt. Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann gut behandelt werden, sofern er rechtzeitig diagnostiziert wurde. Ein Blutdruckmessgerät ist preiswert, einfach in der Handhabung und liefert bei sachgemäßer Anwendung verlässliche Werte.

So funktioniert ein Blutdruckmessgerät

Die Aufgabe des Herzens ist es, das Blut durch die Adern und in alle Regionen des Körpers zu bringen. Dazu muss es einen gewissen Druck erzeugen. Dieser arterielle Druck ist messbar. Das Blutdruckmessgerät erzeugt in einer Manschette einen Gegendruck, der den körpereigenen Blutdruck zum Erliegen bringt. Der Puls kommt zum Erliegen. Durch das schrittweise und kontrollierte Absenken des Außenrucks in der Manschette beginnt das Blut wieder zu fließen. Das einsetzende Pulsgeräusch wird messbar. Der Sensor registriert das Verstummen sowie das Einsetzen des Pulsgeräusches und kann daraus den Druck errechnen, mit dem das Herz das Blut durch die Adern pumpt. Während in den Arztpraxen das Stethoskop die Pulsgeräusche hörbar macht, so arbeiten die Geräte für den Hausgebrauch im Normalfall mit einem Sensor und einer Technik, die anschließend an die Messung die Werte gleich errechnet und mitsamt der Anzahl der Pulsschläge in einem Display sichtbar anzeigt.

Relevant für die Blutdruckmessung sind sowohl der Druck, mit dem das Blut in das Herz fließt als auch der Druck, mit dem es wieder austritt. Die Daten werden in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Die Messung dauert nur einige Sekunden und sollte regelmäßig durchgeführt werden, um krankhafte Änderungen rechtzeitig zu erkennen.

Welche Blutdruckmessgerät-Typen gibt es?

Blutdruckgeräte für den privaten Hausgebrauch werden hauptsächlich mit Manschetten für den Oberarm oder für das Handgelenk angeboten. Alle Geräte arbeiten voll automatisch und müssen nach dem Anlegen der Manschette nur noch eingeschaltet werden.

Fast alle modernen Blutdruckmessgeräte, die für den privaten Gebrauch gedacht sind, arbeiten heute nach dem Prinzip der Oszillometrik. Sie besitzen ein digitales Display, welches direkt an der Manschette sitzt (Handgelenksmessgerät) oder mit einem Schlauch indirekt mit ihr verbunden ist (Oberarmmessgerät).

– Die Oberarm Druckmessung

Traditionell wird der Blutdruck am Oberarm gemessen. Dadurch liegt die angebrachte Manschette in der Höhe des Herzens. Die Messungen sind in der Regel genauer als bei einer Messung am Handgelenk. Wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Blutdruck messen möchte, sollte daher zu einem Blutdruckmessgerät mit einer Oberarmmanschette greifen. Immer mehr Hersteller bieten Blutdruckmessgeräte mit unterschiedlich weiten Manschetten an, sodass das Gerät auch bei etwas korpulenteren Menschen gut sitzt. Die Blutdruckmessgeräte besitzen ein Display mit einem gut ablesbaren Zahlenwert, der es auch älteren Menschen möglich macht, die Werte abzulesen. Dank eines internen Speichers können auch die Messungen der letzten Male verglichen werden und Änderungen so schnell bemerkt werden.

Blutdruckmessgerät für den Oberarm

– Die Handgelenk Druckmessung

Für eine nur gelegentliche Kontrolle des Blutdrucks zur Prophylaxe genügt ein kleines und leichtes Handgelenksmessgerät. Es kann leicht übergestreift und bedient werden. Wer sein Handgelenk während der Messung auf Herzhöhe zum Beispiel auf einer Tischplatte ablegt, kann auch mit einem Messgerät für die Pulsader des Handgelenks recht genaue Werte erzielen.

Alle Modelle, egal ob für das Handgelenk oder den Oberarm, erfüllen natürlich als geprüfte Produkte den hohen Standards einer genauen Blutdruckmessung. Dennoch gibt es gewisse Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten in Bezug auf Qualität, Preis und Handhabung. Um ein passendes Blutdruckmessgerät für sich zu finden, ist es daher sinnvoll, sich vorab über die einzelnen Modelle zu informieren. Das kann durch Testergebnisse oder Kundenrezensionen im Internet erfolgen. Ärgerliche Fehlkäufe werden so verhindert.

Blutdruckmessgeräte für das Handgelenk

Blutdruckwerte verstehen

Die Vorteile und Nachteile eines Blutdruckmessgerätes

Vorteile:

  • zur Prophylaxe (frühzeitige Erkennung von Bluthochdruck)
  • zur Eigenkontrolle bei einem erhöhten Blutdruck
  • einfaches Anlegen und Bedienen
  • sehr genaue Ergebnisse
  • Alarmfunktion bei Bluthochdruck
  • dank Speicher gute Vergleichsmöglichkeiten der vergangenen Messungen
  • je nach Ausführung auch für mehrere Personen möglich (Speicherfunktion)
  • kleine Ausmaße
  • spart Zeit, da Arztbesuche minimiert werden können

Nachteile:

  • je nach Ausführung nicht ganz preiswert
  • bei falscher Anwendung keine korrekten Angaben

Worauf beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes geachtet werden sollte

  1. Die Bedienung sollte ein wichtiges Kriterium bei einem Blutdruckmessgerät für Zuhause sein. Sowohl das Anlegen der Manschette sowie die eigentliche Handhabung müssen so konzipiert sein, dass auch ältere oder kranke Personen sich schnell und einfach damit zurechtfinden können. Es gibt unterschiedliche Modelle, die mittels Drucktasten oder Berührung über das Display bedient werden. Für Betroffene mit motorischen Schwierigkeiten oder Zittern in den Händen kommen erfahrungsgemäß mit Blutdruckmessgeräten mit Bedientasten besser zurecht. Für sehbehinderte Patienten sind Modelle mit einer besonders großen Displayanzeige empfehlenswert.
  2. Die Funktionen können je nach Hersteller und Ausführung recht unterschiedlich ausfallen. In der Regel gehören die Datumsanzeige und die Pulsmessung sowie ein Speicher für vergangene Messungen neben der genauen Ermittlung des Blutdrucks bereits zur Grundausstattung. Hochwertigere Geräte können zusätzliche Funktionen beinhalten, zum Beispiel einen Warnton bei erhöhten Werten.
  3. Der Speicherplatz ist wichtig, wenn man sich seine Messwerte nicht explizit aufschreiben möchte. Beim nächsten Besuch beim Arzt kann das Gerät einfach mitgenommen werden. Der Arzt kann so auf eine schnelle Weise den Verlauf analysieren und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen. Der Speicherplatz kann je nach Ausführung für 2 bis 4 Personen zur Verfügung stehen. Qualitative Blutdruckmessgeräte lassen sogar die Verwendung als Langzeitmessgerät zu.
  4. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte natürlich auch eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielen. Wer vorab online unterschiedliche Modelle miteinander vergleicht, kann ein qualitatives Modell zu einem fairen Preis finden.

Blutdruck richtig messen

Tipps zur optimalen Nutzung eines Blutdruckmessgerätes

  1. An welcher Hand bzw. Arm sollte die Messung erfolgen?

Viele Verwender bevorzugen die linke Seite, da dort das Herz liegt. Dies führt jedoch nicht automatisch zu einer genauen Messung. Wer regelmäßig seinen Blutdruck kontrollieren möchte, sollte erst einmal ermitteln, an welchem Arm dieser stärker ist. Eine Messung nacheinander an beiden Armen bzw. Handgelenken zeigt an, wo der Wert stärker ist und in Zukunft gemessen werden sollte.

  1. Was ist besser? Handgelenk oder Oberarm?

Für eine genaue Messung im Krankheitsfall sollte ein Blutdruckmessgerät mit einer Oberarmmanschette verwendet werden. Denn erstens liegt diese bei der Messung automatisch auf Herzhöhe. Zweitens wird näher am Herzen gemessen, wodurch auch der Wert genauer ausfallen kann. Und drittens kann die Manschette den Oberarm besser abklemmen und so zu genaueren Werten führen.

Für eine Handgelenksmessung spricht jedoch das einfache Anlegen. Die Manschette ist so konzipiert, dass sie auch für unterschiedliche Breiten geeignet ist. Der Kauf zusätzlicher Manschetten oder das Zusammenstecken vor der Verwendung entfallen.

  1. Was bedeuten die Blutdruckwerte?

Seinen Blutdruck sollte man nur messen, wenn man sich in einem Ruhezustand befindet. Das heißt, direkt vor der Messung nicht herumlaufen. Während der Messung sollte man sich ebenfalls nicht bewegen. Es darf nicht gesprochen werden, das verfälscht die Werte. Optimal befindet sich die Manschette während der Messung in Höhe des Herzens. Werte von 120 bis 129 (systolisch) und 85 bis 89 (diastolisch) sind normal.

Eine tägliche Messung sollte immer zum gleichen Zeitraum erfolgen, da sich die morgendlichen und abendlichen Werte voneinander unterscheiden.

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