Ratgeber Nagelpilz – Vorbeugen Behandlung Symptome

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Ratgeber Nagelpilz – Vorbeugen Behandlung Symptome

Nagelpilz ist mit Abstand die häufigste Erkrankung, welche die Nägel betrifft. Die Infektion durch Pilze befällt weit häufiger Zehen- als Fingernägel.

Gerade weil Nagelpilz so weit verbreitet ist und jeden betreffen kann, ist eine frühe Erkennung zur Behandlung des Pilzes wichtig. Ansonsten kann sich der Pilz ausbreiten und schwere Folgen nach sich ziehen.

Was ist Nagelpilz?

Die Onychomykose (Onycho – Nagel und Mykose – Pilzerkrankung) ist eine Infektion der Nägel, verursacht durch Pilze. In den meisten Fällen sind Fadenpilze, die man Dermatophyten nennt für die Erkrankung verantwortlich. Seltener können aber auch Hefe- oder Schimmelpilze eine Infektion auslösen.

Man darf eine Nagelpilzinfektion nicht mit einer Fußpilzinfektion gleichsetzen und die Diagnose sollte stets durch einen Arzt abgeklärt sein. Denn im Gegensatz zum Fußpilz ist die Therapie einer Nagelpilzerkrankung komplizierter und dauert oftmals auch länger.

Bleibt ein befallener Nagel unbehandelt, kann der Nagel durch den Pilz komplett zerstört werden. Zusätzlich kann es zur Ausbreitung auf die anderen Nägel kommen, was nicht nur unschön aussieht sondern mitunter auch starke Schmerzen verursacht. Dies führt in manchen Fällen zu erheblichen Beeinträchtigungen, beispielsweise beim Gehen wenn es sich um eine Infektion der Fußnägel handelt.

Ursachen für Nagelpilzinfektionen

Die häufigste Ursache für Nagelpilz ist eine Infektion durch Fadenpilze, insbesondere der Art Trichophyton rubrum. Die Körperoberfläche erfüllt alle Lebensbedingungen für Dermatophyten, die es vor allem auf eines absehen. Da ist vor allem die Hornsubstanz Keratin, welche sich in unseren Haaren, der Haut und auch den Nägeln befindet.

In seltenen Fällen können jedoch auch Hefe- oder Schimmelpilze zu einer Infektion führen. Zusätzlich wird eine Erkrankung vor allem durch Feuchtigkeit und Wärme gefördert. Das heißt die Pilze bevorzugen Körperstellen, an denen oft Haut auf Haut liegt – wie zum Beispiel Zehenzwischenräume, aber auch Achseln, Leistengegend und sämtliche Hautfalten.

Nagelpilz ist oft die Folge einer unbehandelten Fußpilzinfektion, die sich auf die Nägel ausgeweitet hat. Allerdings kann sich auch direkt der Nagel infizieren. Besonders in öffentlichen Bädern, Saunen oder Umkleidekabinen und Orte, wo viele Menschen zusammen kommen, die barfuß laufen übertragt sich eine Nagelpilzerkrankung sehr leicht.

Nagelpilz wird durch direkten Kontakt mit den Erregern übertragen. Diese überleben beispielsweise in Hautschuppen sehr lange.

Risikogruppen

  • Mit dem Alter steigt die Anfälligkeit für eine Pilzinfektion rapide an. Ältere Menschen haben meist ein schwächeres Immunsystem durch verschiedene Erkrankungen oder Medikamente.
  • Zudem ist die Durchblutung schlechter wegen verkalkter Gefäße.
  • Auch Diabetiker sind gefährdet, da sie ähnliche Risikofaktoren aufweisen. Die Durchblutung ist schlechter, die Füße sind oftmals nicht sensibel genug um kleine Verletzungen, welche für die Erreger den Eintritt bedeuten, zu spüren.
  • Im Allgemeinen kann man sagen, dass alle Menschen, welche an Durchblutungsstörungen leiden oder die gezwungen sind, Medikamente einzunehmen, welche die körpereigene Abwehr unterdrücken stärker gefährdet sind sich mit Nagelpilz zu infizieren.
  • Auch Sportler gehören zu den Risikogruppen, weil sie sich viel in Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen und ähnlichen Umgebungen aufhalten. Dort herrscht für Pilze ideales Klima, genau wie in manchen Sportschuhen.

Symptome

Eine Nagelpilzinfektion beginnt meist am vorderen Nagelrand und breitet sich von dort auf den gesamten Nagel aus. Die gesamte Struktur des Nagelmaterials wird durch den Pilz verändert, es kommt zu weißlichen Flecken und Streifen durch Zersetzung des Keratins. Es bilden sich so Hohlräume im Nagel. Dazu kommt es zur Verfärbung und Verdickung des befallenen Nagelbereichs. Die Nagelplatte wird weiß bis gelb – braun.

Sind Dermatophyten der Auslöser für eine Infektion beginnt diese meist am freien Nagelrand. Bei Hefepilzen etwa zeigt sich die Erkrankung zuerst am Nagelwall, wo der Nagel aus der Haut wächst. Dann weisen die Nägel eine große Rauheit und Brüchigkeit auf. Im schlimmsten Fall hebt sich die Nagelplatte von der Haut ab und wenn die Nagelmatrix ebenfalls infiziert ist, überträgt sich der Pilz direkt auf die nachwachsende Nagelplatte.

Zusammengefasst treten also folgende Symptome bei Nagelpilzbefall auf:

  • Brüchigkeit der Nägel und einzelne Schichten spalten sich ab
  • weiße Streifen oder Flecken
  • weiße bis gelb – braune Verfärbungen der Nägel
  • Nagelplatte ist verdickt
  • Entzündung des Nagelbetts

Komplikationen bei Nagelpilz

Auch wenn eine Nagelpilzinfektion nicht lebensbedrohlich ist, sollte die Erkrankung immer ernst genommen werden. Der betroffene Fuß oder Finger kann dadurch in der Funktion stark eingeschränkt werden durch Schmerzen. Zudem bietet eine Pilzinfektion anderen Viren und Erkrankungen eine Eintrittsmöglichkeiten, da der Nagelpilz für winzige Verletzungen und Hautöffnungen sorgt.

Diagnose

Eine genaue Identifizierung des Pilzes ist wichtig für die Behandlung. Dazu fräst oder schneidet ein Arzt ein Stück des betroffenen Nagels ab damit dieses im Labor untersucht werden kann. Die Nagelsplitter werden mit Lösungen präpariert, damit man unter dem Mikroskop dann feststellen kann ob sich Pilze in dem Nagel festgesetzt haben.

Sollten Sporen vorhanden sein, kann mit den Nagelsplittern eine Kultur angelegt werden auf speziellen Nährboden. Daraufhin kann der Arzt die genaue Art des Pilzes bestimmen und somit die richtige Therapie für den Nagel finden.

Heute gibt es allerdings auch molekularbiologische Methoden zur Bestimmung der Pilzart, die häufig etwas schneller gehen.

Therapie (Behandlung) von Nagelpilz

Im Allgemeinen werden Pilzerkrankungen mit sogenannten Antimykotika behandelt. Diese enthalten spezielle Wirkstoffe, welche Pilze abtöten oder ihr Wachstum verhindern.

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Behandlung von Nagelpilz, die genaue Methode hängt dabei von der Art des Pilzes ab und wie stark die Erkrankung fortgeschritten ist.

Sind nur die oberflächlichen Nagelschichten befallen und eventuell nicht der ganze Nagel, kann man den Pilzbefall mit Tinkturen und Nagellacken behandeln. Diese enthalten dann Antimykotika und es reicht die Behandlung von außen.

Wenn sich der Pilz allerdings bereits tiefer im Nagel verwurzelt hat und zusätzlich der nachwachsende Nagel wieder vom Pilz befallen ist, sollte eine Therapie mit Tabletten oder Kapseln erfolgen. So erreicht das Antimykotikum die Nägel über die Blutbahn.

Von Nagelöl und Nagellack bis Tabletten

Die Auswahl des richtigen Mittels kann am besten der Arzt treffen. Falls die Pilzart nicht bekannt ist, kann man allerdings auch ein sogenanntes Breitband – Antimykotikum verwenden. Damit kann man verschiedenen Pilzarten entgegenwirken.

Da zwischen den einzelnen Nagelschichten luftgefüllte Hohlräume liegen, an die kein Mittel herankommt, kann eine Behandlung von Nagelpilz sehr lange dauern.

Dazu gibt es spezielle Salben, die zusätzlich zur ausgewählten Therapiemöglichkeit auf den Nagel aufgetragen werden.

Diese Salben können die oberen Nagelschichten auflösen und gelangen so in die Hohlräume um den Pilzbefall dort zu bekämpfen. Dies gelingt durch die hohe Konzentration von Harnstoff oder Kalium jodatum in den Salben.

Alternativ dazu kann man sich von einem Arzt die oberen Schichten des befallenen Nagels mit einem speziellen Werkzeug wegfräsen lassen.

Behandlung Dauer

Wichtig für die Therapie ist, das Antimykotikum in jedem Fall regelmäßig anzuwenden und die Behandlung durchzuziehen bis der neue Nagel vollständig nachgewachsen ist.

Bei einer Behandlung von außen wie etwa mit Nagellacken muss man mit einer Therapiedauer von circa sechs Monaten rechnen. Die Tabletteneinnahme erfolgt meist etwa drei Monate.

Zusätzlich sollte immer ein begleitender Fußpilz in Betracht gezogen und mitbehandelt werden.

Nagelpilzinfektionen Vorbeugen

  • Um Nagelpilz vorzubeugen sollte man unbedingt vermeiden in öffentlichen Einrichtungen barfuß zu laufen. Besser ist es, in Schwimmbädern, Saunen und ähnlichem Badeschuhe oder Schlappen zu tragen.
  • Wäsche, insbesondere Handtücher, Badematten, Bettwäsche und Socken immer über 60 Grad waschen. Noch wirksamer ist es, die Sachen einmal abzukochen.
  • Auch wichtig ist es, das passende Schuhwerk zu tragen. Nicht zu eng und am besten aus atmungsaktivem Material, damit die Füße nicht stark schwitzen. Sportschuhe sollten nur zum Sport getragen werden, und es empfiehlt sich auch die Schuhe täglich zu wechseln damit die einzelnen Schuhe trocknen können. Genauso ebenfalls die Socken jeden Tag wechseln, diese sollten aus einem natürlichen Material bestehen. Zudem können Schuhe und Socken auch desinfiziert werden.
  • Natürlich ist die Nagelpflege im Allgemeinen auch ein wichtiger Punkt, um einer Pilzinfektion vorzubeugen. Deshalb sollten Nägel regelmäßig gepflegt und richtig geschnitten werden.
  • Als Diabetiker sollte man unbedingt auf gute Blutzuckerwerte achten, damit keine Komplikationen entstehen. Hier ist vor allem regelmäßige Fußpflege angebracht. Die Füße sollten genau beobachtet werden, damit Veränderungen direkt auffallen.

Wer bereits infizierte Nägel hat, sollte folgendes beachten.

  • Eigene Handtücher und Wäsche für Füße und Hände benutzen und die Sachen täglich wechseln und reinigen.
  • Nagelpflegegeräte wie Schere, Nagelknipser oder Feile nach jeder Benutzung sorgfältig reinigen und am besten desinfizieren um andere Körperregionen oder andere Mitbewohner nicht anzustecken.
  • Wäsche immer bei mindestens 60 Grad waschen um die Pilze abzutöten. Zusätzlich dazu kann es sinnvoll sein, die Sachen und auch die Schuhe ebenfalls zu desinfizieren, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Darüber spricht man am besten mit dem Arzt des Vertrauens.
  • Außerdem sollten Infizierte niemals barfuß laufen, weder Zuhause noch in öffentlichen Einrichtungen. Zum einen können sie so die Erreger auch Zuhause verteilen und sich selbst so immer wieder anstecken, und natürlich können sie so auch andere anstecken.
  • Deshalb immer Hausschuhe, Schlappen oder wenigstens Socken tragen.
  • Für die Hände empfiehlt es sich Zuhause Einmal – Handschuhe zu verwenden oder Handschuhe, die man auch zum Putzen anzieht. Dies kann vor allem beispielsweise beim Essen kochen oder dem Kontakt mit Geschirr vermeiden, dass man die Pilzinfektion auf die Mitmenschen überträgt.

Im Allgemeinen ist Nagelpilz also eine gut behandelbare, wenn auch lästige Erkrankung. Das Wichtigste ist eine frühe Erkennung und konsequentes Handeln in der Therapie.

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