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Ernährung während der Schwangerschaft

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Ernährung während der Schwangerschaft

Die 40 Wochen andauernde Schwangerschaft ist stets eine besondere Zeit für die Frau, in der sie natürlich besonders verstärkt auf ihre eigene sowie die Gesundheit des ungeborenen Babys achtet.

Die Ernährung spielt hierbei eine sehr wichtige Rolle und doch kann es mitunter enorm verwirrend für die Frau sein, bei den ganzen Lebensmitteln auch wirklich den Überblick darüber zu behalten, was denn nun erlaubt ist und wovon auf jeden Fall Abstand genommen werden sollte.

Der Grund, warum so viele Empfehlungen eher streng ausgelegt sind, liegt jedoch auf der Hand: Gewisse Lebensmittel birgen ein Risiko in sich, Krankheiten auf die Mitter sowie auch auf das ungeborene Baby zu übertragen. Da jedoch jede Mutter sich und ihr Baby auf jeden Fall vor Schaden bewahren möchte sollten die Empfehlungen durchaus ernst genommen werden.

Viele Leckereien sollten mit Vorsicht genossen werden

Der Heisshunger einer Schwangeren ist weltweit legendär und auch bekannt. Von Carpacchio über Gorgonzola bis hin zur Salami kann dieser Heisshunger durchaus wechselhaft sein, doch sollte bei Weitem nicht jedem Heisshunger auch wirklich nachgegeben werden.

Grundsätzlich gilt zwar die Faustregel, dass eine Schwangere essen darf, was ihr schmeckt, allerdings warnen Ärzte regelmässig vor dem Verzehr von Sushi, Salami oder Camembert. Die werdende Mutter sollte niemals außer Acht lassen, dass auch ein ungeborenes Baby sich bereits im Mutterleib mit gewissen Krankheiten infizieren kann.

Obgleich die Hygienestandards hierzulande im Lebensmittelbereich sehr hoch angesetzt sind gibt es dennoch ein gewisses Restrisiko. Ganz so verwirrend, wie diese Ernährungsempfehlungen auf den ersten Blick erscheinen mögen, sind sie überhaupt nicht. Im Gegenteil: Weltweit werden grob die gleichen Empfehlungen ausgesprochen, auch wenn es durchaus regionale Unterschiede gibt.

Was sollte tabu für die Schwangere sein?

Milchprodukte wie beispielsweise Käse oder Milch und Joghurt beliefern den weiblichen Körper mit wertvollem Kalzium, das auch für das ungeborene Baby sehr wichtig ist. Die werdende Mutter sollte allerdings darauf achten, dass sie während der Schwangerschaft keinerlei Rohmilchprodukte zu sich nimmt.

Der Grund hierfür ist in dem Umstand zu suchen, dass sich in Rohmilchprodukten die kleinen Bakterien in Stäbchenform – genannt Listerien – befinden können. Diese Bakterien verursachen die Infektionskrankheit Listeriose, die im Grunde genommen zwar hochansteckend aber für erwachsene Menschen recht harmlos ist.

Erwachsene Menschen verfügen ja für gewöhnlich auch über eine gute Immunabwehr. Während der Schwangerschaft jedoch ist diese Immunabwehr jedoch nicht zu 100 % vorhanden so dass sich ein um rund 20-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko ergibt.

Auch das ungeborene Baby ist von diesem Risiko betroffen und im schlimmsten Fall kann eine Fehlgeburt die Konsequenz sein. Sollte eine Ansteckung dennoch erfolgt sein, so ist der schnellstmögliche Arztbesuch anzuraten und eine Behandlung mithilfe von Antibiotikum erforderlich.

Auch Weichkäse wie Camembert sowie Brie können Bakterien enthalten. Bei den als sicher geltenden Alternativen in Form von Käse aus pasteurisierter Milch sollte die Schwangere auf gar keinen Fall die Rinde mit zu sich nehmen. Ebenfalls tabu sollte vorgefertigter Reibekäse sein, da Nachlässigkeiten bei dem Verpackungsvorgang zu einem Hygienemangel führen können so dass die Listerien auch hier möglich sind.

Fetakäse, Mozzarella oder Schafskäse birgen das gleiche Risiko in sich. Bei vakuumverpacktem Käse sollte die Schwangere sehr stark darauf achten, wann die Verpackung geöffnet wurde. Spätestens drei Tage nach dem Öffnen sollte die werdende Mutter auf den Verzehr komplett verzichten.

Welche Käsesorten oder Milchprodukte sind ungefährlich?

  • rindenloser Schnittkäse
  • Käse, welcher aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde
  • Parmesankäse mit langer Reifezeit
  • pasteurisierte Milch
  • abgekochte Milch

Diese Empfehlungen gelten sowohl in Deutschland als auch in den meisten anderen Ländern der Welt. In Kanada hingegen werden Rohmilchprodukte grundsätzlich ungefährlich eingestuft, da das Ansteckungsrisiko als zu gering angesehen wird.

Sushi Roher Fisch Rohe Muscheln Verzichten Schwangerschaft
Sushi Roher Fisch Rohe Muscheln Verzichten Schwangerschaft (Katerinina/shutterstock.com)

Fischprodukte während der Schwangerschaft

Bei Fischprodukten kommt es in erster Linie auf die Art der Zubereitung an. Von rohem Fischverzehr sollte die Schwangere für die gesamte Dauer der Schwangerschaft absehen, was jedoch nicht bedeutet, dass überhaupt kein Fisch gegessen werden sollte.

Im Gegenteil: Ein oder zwei Mal sollte in der Woche Fisch gegessen werden um den Körper der Schwangeren und dem des Babys die wertvollen Omega-3-Fettsäuren zu liefern. Raubfische, die im Meer leben, wie beispielsweise Thunfisch oder der Steinbeißer und Schwertfisch sollten nicht verspeist werden. Dosenfisch oder Fisch, der sehr gut durchgegart wurde, ist jedoch unbedenklich.

Bei industriell verpackten Fischvarianten wie beispielsweise Rollmöpsen oder Bismarckheringen, auf welche die Schwangere ebenfalls nicht selten einen regelrechten Heisshunger verspürt, sollte darauf geachtet werden, dass diese pasteurisiert wurden und dass sie spätestens innerhalb von zwei Tagen nach der Öffnung der Dose oder des Glases verzehrt werden. Auch Lachs und Heringe sowie Makrelen können, ebenso wie Bratheringe sowie dem Hering in der Tomatensauce, bedenkenlos genossen werden.

Diese Fische sind tabu

  • Muscheln
  • Sushi sowie generell roher Fisch
  • Thunfisch und andere Raubfische aufgrund des hohen Quecksilberwertes
  • marinierter oder geräucherter Fisch

Im asiatischen Raum, speziell in Japan, wird von den Ärzten sogar zum Verzehr von rohem Fisch geraten. Damit ist Japan jedoch eines der wenigen Länder weltweit, in denen dieser Rat an Schwangere erfolgt.

Fleischprodukte

Rohes Fleisch kann für das ungeborene Baby sehr gefährlich werden, da sich hier Toxoplasmose-Erreger verbergen können. Diese Bakterien können einen negativen Einfluss auf die Gehirnentwicklung des Babys nehmen und im Falle einer Ansteckung ist ebenfalls eine Behandlung mit Antibiotikum erforderlich.

Da auch Listerien in rohem Fleisch zu finden sind sollte generell auf den Verzehr verzichtet werden. Dilt auch für Wurstprodukte aus rohem Fleisch. Gleiches gilt auch rosa gebratenes Fleisch sowie Mett in all seinen speziellen Varianten. Teewurst sowie auch Mettwurfst und Salami können ebenfalls gefährliche Bakterien enthalten und auch Parma- sowie Lachsschinken nebst Räucherspeck steht auf der Tabu-Liste.

Unbedenklich sind hingegen Wurstsorten, welche unter großer Hitze zubereitet wurden. Mortadella, Fleischwurst sowie gekochter Schinken sollten stets frisch sein.

Zu Beginn der Schwangerschaft, im sogenannten ersten Drittel, sollte die Schwangere auch keine Leber verzehren. Leber enthält zwar Vitamin A, jedoch ist dies in sehr großen Mengen für das ungeborene Baby sehr schädlich.

Mett Rohe Wurst Rohes Fleisch Verzichten
Mett Rohe Wurst Rohes Fleisch Verzichten (Brent Hofacker/shutterstock.com)

Fleisch, das während der Schwangerschaft tabu ist:

  • Leber während des ersten Schwangerschaftsdrittels
  • rare (blutig) oder medium (rosa gebraten) zubereitetes Steak
  • alle Mettvarianten
  • rohe Wurst sowie auch rohes Pökelfleisch

Diese Emfehlungen sind weltweit grundsätzlich identisch. In Deutschlands Nachbarland Frankreich ist die Leber sogar vollständig während der Schwangerschaft auf dem sogenannten Index, weil speziell Leberpastete ein sehr beliebtes französisches Gericht ist.

Rohe Eier und Produkte mit rohem Ei

Gerade bei dem Verzehr von rohen Eiern ist besondere Vorsicht geboten, da sich in zahlreichen Produkte rohes Ei befindet. Als beliebte Nachspeise gilt beispielsweise die Mousse au chocolat, doch viele Frauen müssen jetzt tapfer sein: Die süße Nachspeise ist, ebenso wie Tiramisu, absolut tabu während der Schwangerschaft.

Der Grund ist einleuchtend: In rohen Eiern können sich Salmonellen befinden so dass eine Salmonellenvergiftung nicht ausgeschlossen werden kann. Während der Schwangerschaft führt eine derartige Vergiftung schnell zu einer gefährlichen Unterversorgung des ungeborenen Babys allerdings wird die reine Salmonellen-Infektion von der Mutter nicht auf das Baby übertragen.

Gleiches gilt auch für die Mayonnaise, die ebenfalls einen hohen Gehalt an rohen Eiern aufweist. Softeis beinhaltet ebenfalls rohe Eier und sollte aus den vorgenannten Gründen nicht genossen werden.

Im Hinblick auf rohe Eier ist sich fast die ganze Welt einig. In Kanada hingegen gibt es diesbezüglich während der Schwangerschaft keine Empfehlungen.

Alkoholgenuss

Obgleich es keine wissenschaftlich fundierten Studien gibt, die über die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit von geringen Alkoholmengen zuverlässig Aufschluss geben, so gefährdet Alkohol die Entwicklung des Babys im Mutterleib. Aus diesem Grund sollten auf alle Lebensmittel, die Alkohol enthalten können, so wie auch auf den Alkoholgenuss an sich verzichtet werden.

Als Faustregel gilt, dass ein gelegentliches alkoholfreies Bier oder ein Gläschen alkoholfreier Sekt unschädlich ist. Beachtet werden sollte allerdings, dass auch alkoholfreie Getränke ein gewisses Maß an Alkohol enthalten können und auch dürfen. Der Maximalwert für diese Getränke liegt bei 0,5 Volumen-Prozent.

Auch im Bezug auf den Alkohol ist sich die Welt, diesmal sogar ausnahmslos, einig. Wer in der Schwangerschaft vollkommen auf Alkohol verzichtet schützt das Ungeborene am Besten.

Obst und Obstsalat Gründlich Waschen
Obst und Obstsalat Gründlich Waschen (Nitr/shutterstock.com)

Gemüse und Obst – Frischegebot und gründlich waschen

Bei Obst und Gemüse sollte die Schwangere vor dem Verzehr darauf achten, dass alle möglichen Varianten sehr gründlich gewaschen wurden. Rohes Gemüse und Obst ist grundsätzlich, ebenso wie Salat, unschädlich. Von Mischsalaten oder Obststücken, die aus der Kühltheke stammen, sollte allerdings Abstand genommen werden.

Gleiches gilt auch für den Verzehr von Gewürzen oder Waldpilzen, da sie Einfluss auf die Schwangerschaft nehmen können. Waldpilze können Schadstoffe enthalten allerdings gilt der Verzehr von sehr geringen Mengen als unproblematisch.

Es gibt Gewürze und Kräuter wie beispielsweise Liebstöckel, Petersilie oder Zimt, die eine Stimulation der Gebärmutter verursachen können. Eine Frühgeburt wäre die schlimmste Folge. Dies ist allerdings für gewöhnlich nur bei dem Verzehr von sehr großen Mengen zu befürchten.

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Jan Oliver Frickehttps://www.vitaes.de
Als überzeugter Naturheiler , schreibe ich gerne über Gesundheitsthemen. Ich bin der Überzeugung das viel Heilkraft in den unbehandelten Naturprodukten liegt und das man durch einfache Verhaltensweisen, wie Ernährung und Bewegung zum Teil auf Medikamente verzichten kann.

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